Nach seiner Knieverletzung beim World Cup in La Bresse [Ankündigung und Video] war die Saison 2009 für Cedric Gracia eine Hängepartie und ein Ausfall für seinen Sponsor Commencal, mit dem er weite Teile seiner eigenen Geschichte verbindet.
Vor einigen Tagen haben wir bereits im Bezug auf die “Freeride” berichtet [Artikel], dass CG angekündigt hat, mit einem eigenen Team das Ziel “Weltmeister 2010″ in Angriff nehmen zu wollen.
Der Name dieses Teams wird “CG Racing Brigade” sein, wie CG unlängst gegenüber velovert.fr zu Protokoll gegeben hat [Link zum Interview]. Zum Zeitpunkt dieses Interviews ist jedoch noch offen gewesen, auf welchen Rädern das neue Team an den Start gehen wird und nun wurde bekannt, dass sich für 2010 die Wege von Cedric Gracia und Commencal erneut trennen werden.
Wie ihr vielleicht wisst, ist die lange Zusammenarbeit zwischen Commencal und mir beendet worden.
Ich möchte mich bei allen bei Commencal bedanken, die mir in all den Jahren zur Seite gestanden sind und mir zur Seite gestanden sind, um meine besten Ergebnisse zu erreichen.
In der kommenden Saison werde ich mein eigenes, privates Team an den Start bringen, die “CG Racing Brigade”.
Es ist für mich an der Zeit gewesen, meine eigenen Strukturen zu schaffen, um meinen Sponsoren alles zu geben.
Nochmals vielen Dank an all jene Personen, die in den vergangenen Jahren hinter mir gestanden sind.
CG”
Wie es nun weiter geht? Commencal wird sich wie bisher weiter auf die Geschwister Atherton konzentrieren und daran arbeiten, das Image der Marke, das sehr stark mit dem Namen Cedric Gracia verbunden ist, weiter zu entwickeln.
Bei der CG Racing Brigade ist davon auszugehen, dass dem Team in etwa die gleichen Sponsoren zur Seite stehen werden, wie bislang auch. Bei der Vermarktung des Teams dürfte vor allem Oakley eine große Rolle zukommen und natürlich wird die entscheidende Frage sein, auf welchen Rädern CG und Co am Start sein werden. In Frankreich wird gemunkelt, dass die Gespräche mit Santa Cruz weiter fortgeschritten seien, genaueres ist jedoch noch nicht bekannt, weshalb ich hier bei der Spekulation verbleibe.
Fest steht, dass CG fit und trainiert für die kommende Saison bereit stehen wird und wie gewohnt den Downhill- und 4x-World Cup bestreiten wird. Mit Sicherheit wird er aber auch bei einigen ausgewählten internationalen Events mit am Start sein, wie er es auch bislang gewesen ist.
Commencal erweitert sein Downhill und 4x Team namens “Superteam” um die junge Australierin Caroline Buchanan, die im letzten Jahr vor heimischem Publikum Weltmeisterin geworden ist.
Bilder von Caroline Buchanan und der Commencal Homepage – Mixed up by nuts
Caroline dürfte als erfolgversprechende, hübsche Fahrerin eine echte Bereicherung für das Team sein und ergänzt die Geschwister Atherton in der einzigen Disziplin, in der sie bislang nicht am Start gewesen sind: Dem 4x der Damen! Wie auch Dan Atherton wird sie den 4x-Titan Rahmen von Commencal fahren, der hoffentlich irgendwann auch irgendwie in die Shops kommen wird. Durchaus interessant wäre auch die Paarung Buchanan/Gracia gewesen, doch da Cedric 2010 mit einem eigenen Team – der CG Racing Brigade – angreifen will, wird daraus leider nichts. CG ist übrigens neuerdings wie Marius Hoppensack und der kleine spanische Dirtjump-Junge mit Klamotten und Protektoren von O’Neal unterwegs. Seine Oakley Sonnenbrille wird er dabei wohl behalten.
Aber zurück zum Thema:
Einen guten Start hat Buchanan bereits für Commencal hingelegt. Bei den gerade vergangenen australischen Meisterschaften im 4x wurde sie souverän Erste und ergänzte so den Weltmeistertitel um den australischen Meistertitel!
Viel Erfolg von unserer Seite für das neue Talent am Damen-4x-Himmel!
Am 7. April haben Commencal und die Atherton Geschwister ihren neuen Teamlook für 2010 vorgestellt und gleichzeitig angekündigt, wieder voll da zu sein.
Nach einer etwas durchwachsenen Saison 2009, bei der Rachel durch einen Rennrad-Trainings-Crash [Bilder & Bericht] gar nicht erst an den Start gehen konnte und auch ihre Brüder nicht an die hervorragenden Leistungen aus der 2008er Saison anknüpfen konnten, scheinen die drei Geschwister nun wieder heiß und bereit zu sein, auf ihren Commencal Bikes Vollgas zu geben. Gerade im Fall von Rachel, die sich anscheinend wieder ihrer vollen Leistungsfähigkeit nährt, wird es interessant sein zu beobachten, wie ihre Leistungen ausfallen werden. Die Spannung bei den Damenrennen dürfte jedenfalls deutlich steigen!
Jared Graves wird die Zielperson von Dan Atherton sein, der sich im Winter besonders auf die 4x Rennen vorbereitet hat und in der letzten Saison ziemlich frustriert zu sein schien, dass man nicht sowohl im Downhill, als auch im 4x ganz vorne mit dabei sein kann (man erinnere sie an die resignierenden Aussagen in den Atherton Project Streifen).
Neben den persönlichen Entwicklungen ist selbstverständlich auch an den Teamrädern der drei Engländer gearbeitet worden und nach wie vor sind als Partnersponsoren Animal, Shimano und Fox beteiligt. Ebenfalls fortgeführt wurde die Zusammenarbeit mit Continental, die mittlerweile scheinbar Prototypen-Reifen für ihr schnellstes World Cup Team bereit stellen.
“Wir freuen uns darauf, diese Saison wieder als eine Einheit an den Start gehen zu können – Rachel haben wir letztes Jahr bitter vermisst und ich bin sicher, dass sie bei ihrer Rückkehr an die Erfolge ihrer letzten vollständigen Saison wird anknüpfen können. Wir haben über den Winter enger mit unseren Sponsoren zusammengearbeitet und die Fahrer haben ein feines Set Up, über das sie sich am Rennwochenende wenig Gedanken machen müssen.” Dan Brown, Team Direktor.
“Zum Ende einer langen Off Season bin ich extrem froh, wieder mit der Rennszene in Kontakt zu kommen. Wir drei sehnen uns nach dem Wettkampf und da der Kalender voller großartiger Strecken ist, wird es zweifelsohne ein tolles Jahr werden.” Gee Atherton
Wir drücken vor allem Rachel die Daumen, dass sie bei ihrem Comeback wieder voll angreifen kann und freuen uns auf einige heiße Rennen mit den Athertons in der bald anbrechenden Saison 2010!
Basierend auf einer Pressemitteilung der Athertons. Bilder und Video aus Finale Ligure. Bilder und Video ebenfalls aus der Pressemitteilung.
Eigentlich habe ich das neue Commencal Supreme DHv3 schon für die Weltmeisterschaften erwartet gehabt, doch aus Sicherheitsgründen wird Gee Atherton an diesem Wochenende vermutlich zum letzten Mal auf dem Commencal Supreme der alten Generation unterwegs sein. Danach gibt es einen radikalen Wechsel in der Fullylinie der Andorraner – 2011 kommt ein neues Supreme und auch die Meta Baureihe wird über kurz oder lang so aussehen, wie es das schicke Downhillbike schon jetzt tut. Der Rahmen hat einen Dämpfer, der von oben und unten gleichzeitig komprimiert wird (also schwimmend gelagert ist), wird ca. 4kg (ohne Dämpfer) wiegen und hat wie gewohnt verstellbare Ausfallenden (435, 442,5 oder 450mm). Dieses Hinterbausstem hört auf den Namen “Contact System EVO” und ermöglicht einen tieferen Schwerpunkt als bisher und hat nach wie vor 203mm Federweg zu bieten. Um die Federungscharakteristik weiter zu verbessern, ist der Hauptdrehpunkt ein klein wenig nach vorne oben gewandert, wodurch die Raderhebungskurve einschlaggünstiger verläuft.
Technische Daten
Lenkwinkel: 64”, variierbar über Angle Set, 124mm Länge
Sitzwinkel: 63”
Federweg: 203mm
Dämpfer: 9” x 3”
Bremsaufnahme: IS
Hinterradeinbaubreite: 150mm
Innenlager: 83mm und ISCG 05, Press Fit Innenlager, 14mm Überhöhung
Größen: S/M (380mm), L/XL (400mm)
Abseits des neuen Downhillrahmens haben uns die Franzosen ein schickes Fixie zeigen können und natürlich den Titan-4x-Rahmen, auf dem Caroline Buchanan am kommenden Wochenende um die Verteidigung ihres Weltmeistertitels kämpfen wird.
Eurobike 2010: Alle Videos, Infos und Bilder zur Eurobike 2010 findet ihr hier: Eurobike 2010
Hinter allen erfolgreichen Sportlern und Teams stehen Macher hinter den Kulissen, die den Erfolg ihrer Athleten erst ermöglichen. Im Falle der Atherton-Geschwister ist Dan Brown als Team-Chef das Mädchen für alles. Warum er für einen World Cup in Deutschland ist und wie seine Zusammenarbeit mit dem britischen Race-Trio aussieht, erfahrt ihr im IBC-Interview (unter der dt. Version auch in engl. Sprache).
Zusammenarbeit mit den Athertons: Seit fünf Jahren.
Wie wurdest du zum Team-Manager der Atherton-Geschwister?
Anfangs kümmerte ich mich nur um die Logistik, doch mit der Zeit übernahm ich auch kommerzielle Angelegenheiten und mittlerweile bin ich für alles im Hause Atherton-Commencal zuständig. Bevor ich für das Trio arbeitete, leitete ich einen großen Bike-Shop samt Racing-Team und fuhr selber vier Jahre auf nationaler Ebene.
Du bist also selbst auch ein aktiver Biker – wie würdest du deinen Fahrstil beschreiben?
Wenn ich die Zeit dafür finde, fahre ich immer ein wenig. Als All-Mountain-Fahrer bevorzuge ich zweistündige Ausfahrten mit meinem Commencal Super 4 – lange Abfahrten sind dabei ein Muss, damit ich mein Bike richtig rannehmen kann.
Was waren deine ersten Gedanken, als dir die Athertons das erste Mal begegnet sind?
Sie sind ein lustiger Haufen und wollen einfach nur biken – jegliche Organisationsarbeit, die sie erledigen müssten, raubt ihnen nur die Zeit, die sie auf ihrem Bike verbringen könnten! Sie waren auf jeden Fall super freundlich und ich war begeistert, dass ich mit ihnen zusammenarbeiten darf.
Wenn du heute im Zielbereich stehst – wie fühlt sich es an, die Rennläufe deiner Schützlinge von dort aus zu beobachten?
Da kochen natürlich die Emotionen hoch, doch das macht den Job gerade so gut. Dabei ruhig zu bleiben ist wirklich schwer, schließlich muss man ihnen noch alle Informationen geben, wenn sie ins Ziel kommen: Wie groß ist ihr Vorsprung oder Rückstand, wie waren die Zwischenzeiten, wer ist gestürzt, wird ihre Zeit zum Sieg reichen und wie wird sich das Ergebnis auf die Gesamtwertung auswirken – die Fassung zu bewahren ist also das A und O.
Welche Tätigkeiten umfasst dein Job als Teamleiter?
Mein Job ist ziemlich vielseitig, doch ich denke als Leiter eines Unternehmens muss man in der Lage sein, sich auf alles einzustellen. Als Team wachsen wir weiterhin, was noch mehr Fähigkeiten erfordert, doch allgemein gehört es zu meinem Job, neue Sponsoren zu gewinnen, die aktuellen Sponsoren glücklich zu machen, die Marke "Atherton" weiterzuentwickeln, die Medien- und PR-Angelegenheiten zu leiten, dafür zu sorgen, dass die Bikes stets top eingestellt sind, die Logistik des Teams und alltägliche Sachen wie Papierkram und Buchhaltung.
Was treibst du während des Winters? Hast du da mal Zeit für einen Urlaub?
Normalerweise reise ich mit meiner Partnerin in den warmen Süden, doch diesen Winter gab es bei den Athertons und mir einen Umzug – das Büro ist jetzt auch direkt neben der neuen Werkstatt. Zudem steht die Geburt meines ersten Kindes an, sodass keine Zeit für Urlaub bleiben wird. Doch ich bike soviel es geht, was die fehlende Urlaubsreise locker wettmacht.
Wie siehst du deine drei Schützlinge – sind sie eher Freunde oder schon eine Familie für dich?
Sicherlich als Freunde – wir haben auch unsere Meinungsverschiedenheiten, doch wenn das Geschäftliche erledigt ist, gibt es wieder viel zu lachen.
Was war denn bisher der größte Streit, den du mit den Athertons hattest?
Ich bin ein ziemlich ruhiger Typ und die Athertons respektieren das, was ich von ihnen fordere, Streits gibt es also nur selten – sorry no dirt here!
Was machst du, wenn du dich entspannen möchtest?
Surfen und biken scheint bei mir stets gut zu funktionieren – wenn ich nicht mindestens zwei mal pro Woche Sport mache, bin ich kein angenehmer Zeitgenosse mehr.
Welche Änderungen würdest du dir für den UCI World Cup wünschen?
Alle meine Wünsche dazu würden den Rahmen dieses Interviews sprengen! Generell macht die UCI einen tollen Job, gemessen an den Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, ich würde jedoch einige ihrer sinnlosen Regeln abschaffen. Ich würde nur 50 Fahrer einladen und zusätzlich eine Qualifikations-Serie einführen, das gäbe eine bessere Show für die Fans. Die Sponsoren-Angelegenheiten würde ich an eine Marketing-Firma übergeben, sodass der Sport als starkes Gesamtpaket vermarktet werden kann. Außerdem würde ich mich für einen weiteren World Cup in den USA stark machen!
Was denkst du über die Meinung, dass es für die Damen-Klasse im World Cup entschärfte Strecken geben sollte?
Ich denke, dass die aktuellen Kurse gut sind, im World Cup messen sich schließlich die besten Fahrer der Welt und die Top-Ten der Frauen ist sicherlich fähig, groß dimensionierte und technische Passagen zu meistern. Wie gesagt, das Starterfeld zu reduzieren wäre mein Ansatz, um den Sport und den World Cup weiterzubringen.
Schreibtischtäter – Dan muss sich auch um jeglichen Papierkram kümmern.
Was war bisher der beste Trip, den du im Rahmen deines Jobs erlebt hast?
Unser Weihnachts-Trip vor dem Treffen mit Continental im letzten Winter war sehr gut: Weihnachts-Shopping in Hamburg gefolgt von einem Rammstein-Konzert – viel besser geht es nicht!
Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Wir haben ein paar Langzeitpläne für die Athertons und die Marke Atherton, also werde ich dann hoffentlich weiter daran arbeiten, doch falls ich scheitere, würde ich gerne in Südfrankreich biken und noch besser viel surfen.
Was war der beste Ort, den du während eurer Reisen besucht hast?
2006 in Brasilien, einfach ein tolles Land und eine super Erfahrung. Ich würde gerne noch mal dorthin zurückkehren.
Was war der beste Ort in Deutschland, den du während eurer Reisen kennengerlernt hast?
Bisher war ich wenig in Deutschland unterwegs, doch das Fahren in Willingen habe ich immer genossen. Es wäre so gut, wenn es wieder einen World Cup bei euch geben würde, idealerweise auf einer Strecke, die wirklich zeigt, wie hoch das Niveau in Deutschland ist. Also los, jemand von euch sollte den Job in Angriff nehmen und den World Cup wieder nach Deutschland holen!
Was war die verrückteste Aktion, die die Athertons bisher fabriziert haben?
Die machen andauernd dumme Sachen! Gee in der Schubkarre hinter dem Quad war nur eine davon.
Drei Dinge, die du an deinem Job magst?
Die Möglichkeit zu haben eine tolle Marke zu erschaffen und wachsen zu lassen. Ich arbeite mit den Athertons, Clay (Anm. der Red.: Clay Porter, Filmer der Atherton Webserie), Sven (Anm. der Red.: Sven Martin, Bike-Fotograf), Stevie ((Anm. der Red.: Der Team-Mechaniker) und unseren Sponsoren. Wenn alles gut läuft, ist das ein super Gefühl. In unserem Sport ganz oben tätig zu sein, macht mich sehr stolz.
Drei Dinge, die du an deinem Job hasst?
Die Reiserei – am Anfang ist das noch cool, doch sobald du eine Familie hast, die zuhause auf dich wartet, wird es hart. Lange Autofahrten durch Europa von bis zu 20 Stunden sind kein Spaß! Nervig: Man muss viel kämpfen, um unserem Sport genug Aufmerksamkeit zu bescheren.
Drei Dinge, die man dir nachsagt?
Ich arbeite zuviel, habe hohe Ansprüche und genieße gerne einen Drink!
Was würdest du gerne an dir ändern?
Ich müsste mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen.
Welche Eigenschaften beschreiben jeweils deine drei Schützlinge?
Gee: Unbekümmert.
Rachel: Launisch.
Dan: Berechnend.
Wie gehst du mit den Verletzungsrisiken für deine Teamfahrer um?
Hm, es ist ein gefährlicher Sport und alles was ich tun kann, ist dafür zu sorgen, dass die medizinische Versorung gewährleistet ist und Verletzungen stets direkt behandelt werden können. Zu denken, dass diese Verletzungen nicht kommen werden ist sinnlos und man muss deshalb immer darauf vorbereitet sein. Danke an Red Bull, die uns mit ihrem Team bei solchen Problemen stets super unterstützt haben!
Wer inspiriert dich?
Erfolgreiche Menschen, von Sportlern bis zu Geschäftsleuten.
Drei berühmte Personen, die du gerne mal treffen würdest?
Thom Yorke, Richard Branson und Christian Horner.
Als Teamleiter kümmert sich Dan um jegliche Orga-Aufgaben rund um sein Team – ein wahrer Full-Time-Job!
Das Risiko im nächsten Jahr einen Fahrer weniger im Team zu haben! Nein, für mich ist sie das progressivste Bike-Event überhaupt.
Der schlechteste World Cup, den du je erlebt hast?
Champery 2007, nicht wegen dem Wetter, sondern wegen der Organisation. 2010 war viel besser und ich freue mich auf die WM dort in diesem Jahr.
Der beste World Cup, den du je erlebt hast?
Fort William 2010: Gee gewinnt vor der besten Zuschauerkulisse, die es in der Bike-Welt gibt!
Die beste World-Cup-Party, den du je erlebt hast?
Während der Weltmeisterschaft 2009 – wir tranken viel zu viel Wodkas und Martinis – da war die 28-stündige Heimfahrt nicht gerade ein Riesenspaß…
Grüße und Danksagungen an Menschen, die in deinem Team involviert sind?
Da gibt es so viele Menschen, denen ich danken möchte. Zuerst meiner Freundin Jemma für ihr Verständnis angesichts der vielen Arbeitsstunden, die ich leiste! Dann natürlich Dan, Gee und Rach für die tollen Zeiten, Clay, Sven, Stevie, Darren Roberts, Max Commencal, Nico Menard, Fitzy, Justin Frey, Joerg, Illy, allen Mitarbeitern von Red Bull und allen unseren Sponsoren, die uns unermüdlich unterstützen!
Danke für das Interview und viel Erfolg weiterhin mit dem Team Atherton-Commencal!
Dan bei der Arbeit – gefilmt für die Episode 11 des Atherton Projects:
You are the team-manager of the Athertons and we have seen you taking care of them in the Webisodes "The Atherton Project". How did you land this job and what did you do before?
I started out working with the Athertons just organising their logistics, but as things progressed I took over the commercial side of things and now look after everything under the Atherton umbrella. Before I worked for the family I managed a big bike shop and a shop race team as well as doing four years of racing myself at National level.
Cool, so you also ride bikes – how would you describe your riding style?
Yes I ride quite a bit when I have the time! I ride all mountain really, two hour rides with long descents are my favourite aboard my Commencal Super 4. My riding style takes a bit too much influence from my downhill race days, I tend to treat my bike pretty hard.
What were your first thoughts about the Athertons when you met them for the first time?
They are a funny bunch, I got the impression they just wanted to ride there bikes and that any organisation they were having to do just took up bike riding time! They were super friendly and I was stoked to get working with them.
How does it feel to watch the race-runs of your riders from the finish-area?
Emotions are always super high during the finals, but that’s what makes the job so good. Staying composed is hard, after all you still need to offer the rider the information they require when crossing the line. How far are they ahead or behind, how was the split time, who crashed, do I think they will win with that time, what does that do for the overall, so composure is key.
You have some kind of "Do-it-all"-job – what are your main activities as the team director?
Yes my job is pretty varied but I guess as a director f any company you need to be able to apply your self to anything. We are growing as a team and with that comes the need for more skills but in general my outline jobs are attracting new sponsors, keeping existing sponsors happy, developing the Atherton brand, directing the media and PR, ensuring the bikes are as fast as they can be for the riders, team logistics and also all the mundane stuff like accounts and paperwork.
What do you work during the off-season? Or do you go on vacation during this time?
Normally myself and my partner go away for a few weeks somewhere hot but this winter is super busy both myself and the Athertons are moving house, we are moving the office to be on site with the new workshop and to I’m about to become a Dad for the first time so its all too bust for holidays! I am getting out on my bike as much as possible though and this certainly makes up for not going away.
How do you see your three charges – as your friends or more like a family?
Definitely friends, we have our issues when things need to be dealt with but once the business is done we soon get back to having a laugh.
What was the biggest argument which you had with one of the Athertons?
I’m quite a mellow guy and the Athertons tend to respect what I ask of them so arguments are not that often. Sorry no dirt here!
What do you do if you want to relax?
Surfing and riding seem to work for me, if I don’t exercise at least twice a week I am not nice to be around!
What would you change about the UCI Worldcup?
Too much for this interview! In general the UCI are doing a great job for the resources they have, I would loose some of the pointless rules they enforce, ideally I would make it invite only for 50 riders and then have a qualifying series, this would allow for a better show for the fans, I would outsource the sponsorship to a marketing company that could develop the sport into a strong media package and I would also push hard for at least one more US round.
What do you think about the opinion that the worldcup-courses are getting to crazy for the women riders?
I think the courses are fine, the World Cup should be about the best riders and not worry about catering for the masses, the top 10 women are more than capable of riding the technical and big stuff, like I said before reducing numbers would be my way of progressing the series and the sport.
What was the best trip you went on for your job?
Our Christmas trip planning meeting with Continental was pretty good last winter, Christams shopping in Hamburg followed by a night out at a Rammstein concert doesn’t get better than that!
Where do you see yourself in 10 years?
We have a few long term plans for the Athertons and the Atherton brand so hopefully I will still be heading that up, but failing that I’d like to be in the South of France near to some good riding and even better surfing.
The best place you’ve ever been to during all the trips with your team?
2006 to Brazil, awesome country and such a great experience. I’d love to go back there again!
What was the best place you’ve ever been to in Germany?
I’ve not traveled much in Germany, but I always enjoy the riding at Willingen, it would be so good to have another World Cup in Germany maybe on a track that really shows the quality of riding over there. So come on someone get on the job and bring World Cup’s back to Germany!
What was the craziest thing which one of the Athertons ever did?
There is so much silly stuff they do, well mainly Gee really the quad and wheelbarrow is just one of many!
Three things you like about your job?
Having the potential to create and develop an amazing brand. The people I work with, The Athertons, Clay, Sven, Stevie and all of our sponsors its great when partnerships work well. Working at the top of a sport gives me a huge amount of pride in what I do.
Three things you hate about your job?
The Travel, at first its great but as soon as you have a family back home it makes it hard. Long drives, kind of comes under the above but 20hour drives across Europe are not fun! Fighting to get the sport noticed
Three things that people who know you would tell us about your character?
I work too much!
Expect high standards
Enjoys a drink!
What would you like to change about yourself?
To have more time with family and friends
Three words for each of the Athertons, which describe their characters?
Gee – Reckless
Rachel – Moody
Dan – Calculated
How do you deal with the risks of injuries for your riders?
Well it’s a dangerous sport and all I can do is ensure the medical care and support is in place to ensure any injuries are dealt with promptly. Thinking these injuries aren’t going to happen is pointless, they will and you need to be prepared. Thanks to Red Bull we have a great team in place behind us to deal with such issues.
Who inspires you?
Succesful people, from sportspeople to business men.
Three famous persons, alive or dead, which you would like to meet?
Thom Yorke
Richard Branson
Christian Horner
The Red Bull Rampage is for you…
The risk to have one less rider on the team next year! No, to me its the most progressive event in the sport.
Worst Worldcup you’ve ever been to?
Champery 2007, not because of the weather just because of the organisation. 2010 was a whole lot better and I’m really looking forward to the Worlds there next year.
Best worldcup you’ve ever been to?
Fort William 2010, Gee winning and the best crowd I’ve seen at any mountain bike event.
Best Worldcup-Aftershow-Party you’ve ever attended?
Worlds in 2009, far too many Vodka and Martinis were drank that night, the 28hour trip home was not much fun the next day though!
Shoutouts or thanks to some people who are involved in your team?
So many people to thank, firstly a big thanks to my girlfriend Jemma for being so understanding about the hours I work! Then to Dan, Gee and Rach for the great times, Clay, Sven, Stevie, Darren Roberts, Max Commencal, Nico Menard, Fitzy, Justin Frey, Joerg, Illy, everone at Red Bull and all our other sponsors for there tireless support.
Anfang Juli 2010 hatten wir darüber berichtet: Glück im Unglück: Dan Atherton verletzt sich beim Dirtjumpen schwer.
Das älteste der drei rasenden Geschwister war beim Dirtjumpen nach einem mißglückten Sprung Kopf voraus eingeschlagen und hatte sich dabei den obersten Halswirbel (“Atlas”) gebrochen. Jetzt teilt Dan Atherton auf seinem Blog mit, dass er wieder Fahrradfahren darf.
“Die Brüche sind alle verheilt und die kleinen Knochensplitter, die noch lose sind wird der Körper im Laufe der Zeit absorbieren, es gab das kleine Risko, dass eine OP nötig sein könnte um diese Splitter zu entfernen, aber glücklicherweise ist das jetzt nicht mehr nötig. ”
The Return of Dan Atherton
In July of 2010 British mountain biker Dan Atherton sustained a terrifying injury. A crash at his monster sized dirt jumps in North Wales resulted in a break of the C1 Disc in his neck. Just about the worst injury a rider could sustain and survive. Dan’s constant commitment and dedication that he puts into his riding was then needed to get him through the recovery. With months in a brace and none of his life’s usual manic activity, there were low moments along the way and plenty of time for contemplation. Dan’s determination to recover was only enhanced by his desire to return to the highest level of the sport that he has achieved so much success in before.
On the 20th January, Dan received the results of a final CT scan from Dr Robert Bray, the spinal specialist who has been overseeing his treatment. Red Bull’s Darren Roberts, the Atherton families personal trainer, accompanied Dan and had this to report, “The fractures have all healed and the tiny fragments of bone which are loose will be absorbed by the body over time, there was a slim possibility that an operation was required to remove these – but thankfully that op is not needed. More importantly Dr Bray said the words we’ve been waiting to hear since July 2010, ‘you’re good to go Dan, totally healed – get back on your bike and get riding hard. Try not to break it again’.”
It is with great happiness that we can announce Dan is now back on a bike and in full training, this moment was never a certainty as the injury to the C1 Disc was one of the most catastrophic ever seen. With strength and conditioning training to get him back to full race fitness his aim is to return to World Cup competition at the second round of the series in Fort William, Scotland. Concentrating on the discipline of downhill he’s hoping to take his new Commencal Supreme bike back to the podium glory he enjoyed before this incident.
The Atherton team and family would like to thank all the sponsors and friends that have stood by Dan through this difficult time and worked with him to get back to this point where he can continue to shine in a sport to which he has brought so much of his unique attitude, style and speed. Here’s to the return of Dan Atherton to his rightful place, on a bike.
Nach den Abgängen von Thomas Vanderham und Steve Smith fragte sich der ein oder andere, welcher Downhiller / Freerider überhaupt noch auf Evil’s Revolt unterwegs sein wird. Die Antwort: Team MS-Evil aus Österreich wird auch 2011 einige schnelle Fahrer auf das von Dave Weagle mitentwickelte Bike setzen, und zwar zwei Kiwis, zwei Europäer und einen Amerikaner:
Team MS-Evil 2011
Wyn Masters
Brook Macdonald
Markus Pekoll
Filip Polc
Luke Strobel
Außerdem hat Commencal sein “Superteam” für 2011 bestätigt, man setzt ganz auf Kontinuität:
Remy Absalon wird die Fahrräder aus Andorra weiterhin im Marathon-Downhill promoten und hat nach einer hervorragenden Saison 2010 (zuletzt Sieg beim Megavalanche Reunion) erneut für 2 Jahre unterschrieben, seit 6 Jahren ist er bereits treu. Er fährt außerdem für Sram, Fox, Fulcrum, Easont, SDG, Crank Brothers, Formula, Maxxis, E-Thirteen und Oakley. Auch dieses Jahr will er wieder beim Crankworx Enduro und natürlich dem Höhepunkt der Avalanche Serie in Alp d’Huez punkten.
Die Absolut genannte Slopestyle/Dirtjump Kollektion wird von Yannick Granieri eingesetzt, er war unter anderem schon beim White Style in Leogang auf sehr hohem Niveau unterwegs und peilt einige Punkte in der FMB-Worldtour an.
Den Downhillweltcup soll – wie die letzten Jahre auch – die Atherton Familie dominieren, dafür hat man ein neues Bike und Dan wieder weitestgehend wieder hergestellt, auch er wird nur noch Downhill fahren und den 4X dafür meiden.
Caroline Buchanan wird hingegen die nächsten zwei Saisons im 4X nicht für Furore sorgen, sie konzentriert sich auf die Olympischen Spiele 2012 in London – auf dem BMX. Geplant ist aber, dass sie 2013 fitter denn je wieder auf Commencal zurück in die 4X-Szene kommen soll.
Das meistverkaufte Bike von Commencal ist nicht Gee Athertons Weltmeister-Rad, sondern das AllMountain-Modell Meta. Vorgestellt 2005 war es zuletzt etwas in die Jahre gekommen und musste auch im Vergleichstest der letzten Bike als Verlierer vom Platz gehen – die neue Version wurde jetzt vorgestellt und soll in die Fußstapfen seines Vorgängers treten, der unter anderem unter die zehn besten Bikes des Jahrzehnts (Mtbr) gewählt wurde. Außerdem muss es natürlich weiterhin bei Maxiavalanche-, Megavalanche- und Enduro-Rennen erfolgreich sein – schließlich ist es das Arbeitsgerät von Remy Absalon.
Zielsetzung bei der Entwicklung des neuen Meta AM waren die besten Abfahrtseigenschaften, kombiniert mit einer noch effizienteren Bergauf-Eignung. Das neue Bike hat nun nichts mehr mit dem bekannten Rahmen-Design gemeinsam, es sieht vielmehr aus, wie eine schlankere Version des Supreme DH v3, auf dem Gee Atherton unterwegs ist.
Federung: Contact System EVO
Bei dem Anfang dieses Jahres erstmals am DH-Modell Supreme vorgestellten System handelt es sich im wesentlichen um einen abgestützten Eingelenker, bei dem die Betätigung des Dämpfers nicht nur über die Umlenkwippe von oben, sondern auch durch die Kettenstreben von unten erfolgt. Der Vorteil davon: Das Kettenstreben-Yoke muss der Steifigkeit wegen ohnehin großzügig dimensioniert werden und kann die Dämpferkräfte somit problemlos aufnehmen – auf eine extra Verstärkung für die Dämpferaufnahme in einem der Rohre kann so verzichtet werden. Das Sitzrohr verbindet den oberen und den unteren Drehpunkt und ist deshalb stabil und als einziges Rohr am ganzen Rahmen nicht konifiziert ausgeführt. Verglichen mit dem Vorgänger verläuft die Hinterbau-Kennlinie ein wenig progressiver, was für noch mehr Abfahrtsspaß und gut genutzten Federweg und einen ausreichenenden Durchschlagschutz sorgen soll.
Dank des weit vorne positionierten unteren Drehpunktes und dem daraus resultierenden, großen Radius verläuft die Radhebungskurve über die gesamten 150mm Federwegziemlich gerade nach oben. Kombiniert mit einer 2X10 oder 1X10 Schaltung ergibt sich konstruktionsbedingt kein Pedalrückschlag auf dem großen Kettenblatt (36-39 Zähne), auf dem kleineren Kettenblatt fällt er immer noch nicht zu groß aus.
Auf die Frage, warum man sich für den abgestützten Eingelenker und gegen einen Horst-Link entschieden hat, antwortete Nicolas Menard, der Ingenieur hinter dem Meta AM: “Weil es funktioniert. Natürlich funktioniert der Horst-Link auch, aber wir müssen kein weiteres Specialized-Bike bauen. Ein Commencal soll Spaß machen, und auch Dank der geringeren Spanne zwischen kleinstem und größtem Kettenblatt bei 2X10 Schaltungen (Auch 3X10 wird problemlos funktionieren, aber eben nicht ganz so gut) erfüllt der Eingelenker alle unsere Ansprüche: Wenig bis kein Pedalrückschlag, sehr wenig Bremsstempeln wegen dem geringen Kettenstreben-Rotations-Winkel und der daraus resultierenden, geringen Relativbewegung zwischen der Bremse und dem gebremsten Hinterrad, und das alles bei einer ausgezeichneten Hinterbausteifigkeit und langlebigen Lagern.”
Erwähnenswert sind ansonsten noch die für den Schwerpunkt günstige Lage des Dämpfers und der speziell beshimmte Fox-Dämpfer. Die Kinematik ist dabei speziell für Luft-Dämpfer ausgelegt und sollte nicht mit Stahlfeder-Dämpfern kombiniert werden.
Geometrie:
Zusammen mit dem Marathon-DH-Spezialisten Remy Absalon und seinem Mechaniker hat man versucht, den Charakter des Bikes beizubehalten und weiter zu optimieren: Super schnell bergab, ohne die Performance für bergaufpassagen zu vergessen.
Ähnlich wie beispielsweise beim Rocky Mountain Slayer sorgen ein steilerer Sitzwinkel und dadurch weniger Offset für weniger Kippneigung und mehr Druck auf dem Pedal bergauf – ein Effekt, der vor allem bei den großen Rahmengrößen wichtig wird, da der Fahrer jetzt weit weniger über dem Hinterrad sitzt. Die Oberrohrlängen wurden geringfügig erhöht, um etwas mehr Bewegungsfreiheit und die Verwendung eines kürzeren Vorbaus zu arrangieren. Von den verlängerten Kettenstreben profitieren Uphill und Downhill: Mehr Laufruhe und ein am Boden bleibendes Vorderrad klingen sinnig, genau wie der flacher gewordene Lenkwinkel (jetzt 67° mit einer 150mm Gabel) und das niedrigere Innenlager (3mm über der Achse, gleich hoch wie beim Meta 5, aber mit mehr Federweg und Sag defacto niedriger). Zu guter letzt sei gesagt, dass das Steuerrohr AngleSet kompatibel ist, wodurch eine weitere Optimierung möglich ist. Die Größensprünge wachsen nach oben hin, was XL-Jungs freuen dürfte. Eine 160er Gabel darf gerne verbaut werden, die Downhill-Eignung wird dann durch den flacheren Lenkwinkel und die etwas höhere Front noch optimiert.
Rahmen-Konstruktion:
Der Hauptrahmen verfügt über mehr Schrittfreiheit als zuvor, und obwohl es nicht so aussieht: Die Sattelstütze ist weiter versenkbar als beim Vorgänger, jetzt stehen 300mm bei Größe M zur Verfügung. Um eine große Kontaktfläche für die Hauptlager zu schaffen und Platz für den Dämpfer zu schaffen, verwendet man Shimanos Press Fit Standard, der mit 68/73mm Kurbelsets von Shimano, Truvativ, Race Face und FSA kompatibel ist (BB92). Alle Drehpunkte sind mit großen Kugellagern und dicken Achsen versehen, 15 bzw. 17mm Durchmesser wirken langlebig und sind kundenfreundlich aus wenigen Teilen zusammen gesetzt und formschön anodisiert und gelasert. Auffällig ist auch das große Schmiedeteil, in dem Innenlager und Drehpunkte sowie eine ISCG05-Aufnahme liegen. Sehr durchdacht: Matsch und Wasser können durch eine Öffnung unter dem Unterrohr ablaufen, im Innenlagergehäuse selbst ist kein (Schweiß-)Loch nötig, was Wasser draußen hält und so für Langlebigkeit sorgen dürfte.
Schön: Sämtliche Leitungen verlaufen im Inneren des Rahmens, egal ob Bremse, Schaltwerk und Teleskopstütze. Genau wie beim großen DH-Bruder hat man, um die Platzverhältnisse von Umwerfer, Kettenblättern und Dämpfer zu optimieren, den Rahmen asymmetrisch gebaut: Der Dämpfer sitzt 6mm aus der Mitte nach links verschoben. Um eine bestmögliche Integration und Kompatibilität zu den Komponenten zu gewährleisten, setzt man in Andorra auf die sich verbreitenden Standards:
– Die Ausfallenden nehmen Achsen mit 12X142mm auf, zusammen mit der Maxle-Steckachse aus dem SRAM Konzern sorgt das für ein steiferes Heck, bei dem der Radausbau immer noch leicht fällt.
– Das Steuerrohr ist konisch geformt und mit einem integrierten CaneCreek Steuersatz für Tapered (1.5″ – 1 1/8″) Schäfte versehen, ZS44 oben und ZS56 unten.
– Die Lage des Drehpunktes ist für 2X10 Schaltungen mit den Kettenblättern 26 / 39 optimiert.
– Die Bremsmontage erfolgt per PM180-Standard, weg mit den Adaptern!
– Umwerfermontage nach “High-D” Standard ermöglicht die direkte Montage von Sram oder Shimano Umwerfern ohne Schelle.
– Der Rahmen bietet eine innenliegende Zugführung, auch für Teleskopsattelstützen.
– Dämpfermaß: 200X57mm, Hardware: 22.2mm X 10mm
– Sattelstützmaß: 31,6mm, Klemmenmaß: 34,9mm
Der Dämpfer liegt einerseits sehr zentral, dadurch aber andererseits auch sehr schmutzanfällig in der Nähe des Hinterrades. Dafür entwickelt man derzeit einen optionalen Mudguard, der aber noch nicht gezeigt werden konnte.
Gewicht:
Normalerweise würde ich beim Punkt Gewicht einfach nur eine Zahl angeben, ich musste Nicolas jedoch versprechen, etwas mehr dazu zu sagen. Die gefragte Zahl lautet: 3,5kg – ohne Dämpfer, ohne Steuersatz. An dieser Stelle wird der ein oder andere schockiert sein, doch bei Commencal versteht man All Mountain als All Mountain im Sinne vom ganzen Berg, und weil ein Commencal Spaß ohne Reue machen soll, auch wenn einmal ein Drop in die Quere kommt, hat man den Rahmen für jede Belastung gewappnet. Auf dem Prüfstand beispielsweise übersteht das Meta beispielsweise eine Millionen Lastwechsel, bevor der erste Riss entsteht, die europäische Gesetzgebung besteht hier auf gerade einmal 50.000 bis zum Ausfall. Getestet wird beispielsweise mit einem 600kg Gewicht im Innenlager und starren Dämpferersatz, nur um die Größenordnungen deutlich zu machen. Jetzt also offiziell: Mit dem Commencal Meta AM darf man in den Bikepark gehen, man darf zu kurz springen, schräg landen und das ganze immer wieder.
Noch zwei Punkte von Nico zum Gewicht: “Der schwerste Part ist unser geschmiedetes Innenlager-Drehpunkt-Bauteil – und das liegt genau da, wo es hin soll, tief über dem Innenlager. Das Bike wird also vielleicht schwerer sein als andere AM-Bikes, merken wirst Du es aber nicht. Für das gefühlte Gewicht ist z.B. ein leichter Laufradsatz viel entscheidender. Und noch eines garantiere ich Dir: Unser Rahmen wird nicht nachträglich schwerer gemacht!” Damit spielt er z.B. auf ein Trek Remedy an, welches mit 2,8kg im Bikepark nicht bestehen konnte und im Folgejahr als Scratch mit Bikepark-Freigabe deutlich schwerer gemacht wurde.
Ausstattungsvarianten:
An jedem Meta AM finden sich Parts von Fox und Formula, sowie der in Zusammenarbeit mit SDG entwickelte, hauseigene Commencal Circuit Sattel. Bei den beiden kleineren Rahmengrößen misst der Vorbau 70mm, bei den beiden größeren 90mm. Reifen und Laufradsatz wurden leicht gewählt, um den Fahreindruck eines leichten AM-Rades zu gewährleisten. Auf die Frage, ob ein Rocket Ron dem AM-Anspruch gerecht werde, versicherte man mir, dass die Tubeless-Version sich in Andorra bewährt hätte. Auf eine RLC-Gabel verzichtet man aus Preisgründen, und weil Vertride nicht der Haupteinsatzbereich sei, so Aurelien Colin von Commencal.
Meta 3: 2800€
Meta 2: 3200€
Meta 1: 4200€, Gesamtgewicht ohne Pedale 12,5kg
Ausblick auf die Meta-Familie:
Nach dem Meta AM (erhältlich ab Oktober) entwickelt man an einigen weiteren Meta-Rahmen, die die bekannten Modelle nach und nach ersetzen oder ergänzen werden. Termine wurden nicht genannt, ein Produkt ist fertig, wenn es fertig ist, man darf sich aber auf nächstes Jahr einstellen. Was wir erwarten dürfen:
– Meta SX mit 160mm Federweg, ausgelegt für 160-180mm Gabeln und mit progressivem Hinterbau für jede Menge Spaß bergab
– Meta 120 – ein deutlich leichteres Trailbike
– Meta 29″ 100 – ein Twentyniner Trailbike mit 100mm Federweg vorne und hinten
– Meta 29″ 130 – ein Twentyniner-AllMountain-Bike mit 130mm Federweg vorne und hinten.
Ob das Rad hält, was es verspricht und wie sich 3,5kg Rahmengewicht auf das Fahrverhalten auswirken, erfahrt Ihr ab in unserem Fahrbericht. Euer Eindruck vom Konzept “AllMountain d’Opinion” ?
Da steht es nun: Das neue Commencal Meta AM, die allroundtaugliche Version von Gee Athertons Abfahrtsgerät Supreme DH v3. Die Farbe können die Fotos nicht ganz zur Geltung bringen, das Blau ist wunderschön, der Rahmen wirkt kompakt und vertrauenserweckend. Die dicken Lager, schöne Schweißnähte, eine groß dimensionierte Wippe – alles macht einen soliden, unkaputtbaren Eindruck, dank nicht zu großer Rohrdurchmesser wirkt das Bike dabei aber – zumindest optisch – nicht behäbig.
Während des Wochenendes konnte ich zwei verschiedene Aufbauten fahren – der eine das serienmäßige Meta AM 1, der andere mit SRAM Komponenten versehen, ich werde hier das kaufbare Modell auflisten und in Klammern dahinter schreiben, welche Option außerdem gefahren wurde.
Rahmen: Meta AM 150mm, Größe M
Dämpfer: Fox Float RP2 Boost Valve
Gabel: Fox 32 Float RL FIT 150mm 15 QR Tapered (Rock Shox Revelation RC2)
Vorbau: Commencal VIP OS 70mm (50mm)
Lenker: Commencal VIP 1.5″ OS 730mm
Bremsen: Formula RX 180/180 mit Speedlock (SRAM X0 180/180)
Schalthebel: Sram X9 2X10
Schaltwerk: Sram X0 10speed
Kurbel + Innenlager: Race Face Turbine X-type (SRAM X0)
Kette: Sram 10s PC-1030
Kassette: Sram PG 1070 11-36
Laufrad: Fulcrum Red Power XL
Reifen: Schwalbe Nobby Nic 2,25 front, Rocket Ron 2,25 (Onza Ibex und Canis FR Tubeless 2,25″)
Sattelstütze: Rock Shox Reverb
Sattel: SDG Circuit for Commencal
Beide Varianten wiegen 12,5kg und sehen ziemlich lecker aus, also schnell Flat Pedals und ein vertrautes Cockpit montiert, die Federelemente mit dem passenden Druck versehen und los auf die Trails der Vogesen. Gefahren wurden zwei 2 stündige Touren über Forstwege, leichte, flowige Trails, aber auch steinige, ausgesetzte Pfade. Außerdem wurden 8 Abfahrten auf einer naturbelassenen Strecke, die vor einigen Wochen Austragungsort der französischen Enduro-Serie war, geshuttelt.
Uphill:
Die spannende Fragen: Wie gut funktioniert das Geometrie-Konzept in der Realität? Merkt man das relativ hohe Rahmengewicht von 3,5kg? Und vermisst man eine absenkbare Gabel? Der Routenverlauf führt zunächst über gute Forstwege, perfekt um ohne Lockout die Eigenschaften des Hinterbaus zu erfahren. Pedaliert man im Sitzen, so bleibt das Heck fast vollkommen ruhig, ein minimales Wippen durch unrunden tritt, wie man es bei fast jedem Hinterbau finden kann, lässt sich durch Lockout ausschalten, stören tut es aber nicht. Setzt man zum Sprint an, um den Vordermann zu überholen, so bleibt ebenfalls – wohlgemerkt auf beiden Kettenblättern – alles ruhig, nur durch heftiges Stampfen lässt sich ein leichtes Schaukeln provozieren, insgesamt würde ich aber sagen: Gute Arbeit, Strecken auf befestigter Piste lassen sich auch ohne Lockout schnell bewältigen. Spannend wird es, als der Uphill steiler und holpriger wird. Die Federung ist hier voll aktiv, macht auch Steinpisten zur Sänfte.
Auf dem kleinen Kettenblatt gibt es dann marginalen Pedalrückschlag, dass sei der Korrektheit halber erwähnt, stören tut es aber nicht. Bergauf entpuppen sich der steile Sitzwinkel und die etwas längeren Kettenstreben als Segen, man kommt gar nicht auf die Idee, die Gabel abzusenken und klettert auch steilste Rampen souverän. Bleiben noch die Gewichtsbedenken. In Anbetracht des leichten Laufradsatzes und der zentralen Lage der Masse erklärt es sich leicht, warum sich das Übergewicht wirklich nur dann erspüren lässt, wenn das Rad im Stand hochgehoben wird. Sitzt man einmal darauf beschleunigt es leicht, zirkelt behände um Kurven und macht einfach Spaß. Einzige echte Ausnahme: Der Vertrider-Tragegriff. Durch die Rahmenform an sich komfortabel möglich, kann das Gesamtgewicht hier bemerkt werden, gerade die günstigeren Varianten könnten ganz schön auf die Schulter drücken.
Auf und Ab, ebene Strecken:
Man kann es nicht oft genug sagen: In wechselhaftem Gelände ist eine vom Lenker verstellbare Sattelstütze genial. Wird sie dann noch mit einem Fahrwerk kombiniert, welches ohne Verstellung Spaß macht, kann im Grunde nichts mehr schief gehen. Und genau so ein Fahrwerk findet sich beim Meta AM. Gabel und Dämpfer schlucken offen wenig bis keine Energie, dafür aber Unwegsamkeiten effizient weg. Dabei scheint der Hinterbau der Gabel sogar noch überlegen, linear plüsch beschreibt es vielleicht am besten. Denn trotz allem Komfort sackte der Dämpfer nie durch, wenn es darum ging, auf dem Hinterrad zu surfen oder durch Wellen zu pushen. Die Sitzposition mit hohem Sattel ist in der Ebene dabei zunächst etwas ungewohnt, da man überhaupt nicht über dem Hinterrad sitzt, ich fühlte mich jedoch schnell zuhause. Hinzu kommt: Hinter den Sattel zu gelangen ist bemerkenswert einfach.
Nicht verschwiegen werden sollte die Tatsache, dass das tiefe Innenlager für einigen Bodenkontakt der Pedale und dieser ein Mal auch zu einer gefährlichen Situation führte, als ich beim Queren eines steilen Hanges unerwartet ausgehebelt wurde. Meiner Meinung nach ist dieser Bodenkontakt aber absolut akzeptabel, wenn man die Vorteile davon betrachtet: Dem Boden näher ist der Fahrer weniger kippelig unterwegs, es fährt sich laufruhiger und sicherer. Wer aber darauf besteht, im Gelände pedalierend durch Kurven fahren zu können, wird sich eingeschränkt fühlen. Beim regen Gebrauch der Sattelhöhenverstellung kristallisiert sich jedoch bald die einzige Schwachstelle der sonst sehr schön gelösten Leitungsführung heraus: Wo die Leitung das Oberrohr verlässt, wird sie nach außen gedrückt, wodurch Ihre Schlaufe auf die Wippe stößt und den schönen blauen Lack an den Testrädern (bis dahin 4 Tage im Einsatz) bereits durchgeschliffen hatte. Ein Trail, den Remy Absalon als “yeah, it’s no problem” beschrieben hatte, wird der AllMountain Begriff trotz Auf- und Ab-Verlauf weit ausgereizt. Die kurzen Anstiege von ca. 30hm bestehen öfters aus einer Art Steinbruch, der Weg verläuft quer zu einem 60-70° Hang, Stürzen verboten. Hier ist das Meta in seinem Element, der steife Rahmen hält zuverlässig die Spur, nichts wackelt, die Reifen (Onza) überraschen positiv: Viel Grip und ein geringer Rollwiderstand stehen auf der Habenseite.
Downhill:
Am Ende des “no problem for Remy Trails” steht ein langer, ausschließlich aus spitzen Steinen bestehender Downhill. Die schluckfreudige Federung animiert dazu, die Bremsen zu öffnen und es laufen zu lassen, was sehr gut funktioniert, bis einer der Steine die Seitenwand des Mantels so weit aufschlitzt, dass die Milch diese Wunde nicht heilen kann. Auf dem Trail der Enduro-Serie (weniger steinig, aber mehr Wurzeln und Abhänge, dazu Kurven jedes Radius und richtig steile Passagen) fühlt sich das Commencal dann richtig zuhause. Von Abfahrt zu Abfahrt werden wir schneller, nutzen kleine Wellen als Absprung, geben Gas bis die Unterarme platzen. Acht Mal absolvieren wir den 450hm Downhill, am Ende steht fest: Das Meta AM ist ein Mini-DH-Bike. In Kurven; bei Sprüngen; wenn es steil bergab geht; immer ist das Rad leicht zu kontrollieren, fahrstabil und präzise. Das tiefe Innenlager, die langen Kettenstreben und der zentrale Schwerpunkt fühlen sich “tres bien” an, die Reverb lässt sich bei Rahmengröße M komplett versenken und das Cockpit sorgt für absolute Kontrolle.
Der aus diesen Faktoren resultierende Fahrstil lässt ab und an das Verlangen nach einer Kettenführung aufkommen, damit oder einem 10-Gang Aufbau ließe sich die DH-Performance optimieren, und auch eine 160mm Gabel sollte sich gut machen: Die Front wäre sicher nicht zu hoch, der Lenkwinkel schön flach und den Fox-Dämpfer sehe ich auch mit einer größeren Gabel auf Augenhöhe.
Spitze: Am Hinterbau konnte aus der gesamten Testtruppe nur ein Fahrer einen Durchschlag fabrizieren, die Kennlinie wird am Ende sehr schön steil, sodass auch gröbere Einschläge ohne unangenehme Geräusche oder Gefühle von Statten gehen. Bremsstempeln? In der Theorie sicher minimal vorhanden, in der Praxis nicht negativ aufgefallen. In steilen, langsamen Passagen mag man an der Fox-Gabel eine Druckstufen-Verstellung vermissen, in den allermeisten Fällen kommt man jedoch ohne aus. Und zur Zielgruppe zählen ohnehin eher Mountainbiker, die Fahren mit Geschwindigkeit assoziieren.
Fazit:
Mission accomplished! Mit dem Meta AM gelingt es Commencal, seinen Claim “Allmountain d’opinion” umzusetzen. Wer nicht zu viel Wert auf ein geringes Gesamtgewicht legt, findet ein Bike mit verspieltem Charakter, das alles möglich macht, was auf einem Mountainbike Spaß macht – inklusive der Disziplinen, die mit AllMountain Bikes sonst oft keine Freude bereiten. Alle anderen dürfen hoffen, dass das AM eines Tages selbst leichter oder durch einen kleinen, leichteren Bruder ergänzt wird.
Als ich Anfang letzten Monats das neue Meta AM vorgestellt bekam, wurde ich doch tatsächlich in Frankreich von Andorranern gefragt, warum eigentlich über das neue Downhill-Bike noch nicht wirklich auf Mtb-News berichtet worden sei. Nun, mir selbst war der neue Rahmen von Gee und seinen Geschwistern wohl bekannt, auf der Eurobike hatten wir ein wenig davon berichtet, aber die Jungs hatten recht: Wirklich Details hatten wir dazu noch nicht veröffentlicht. Aus Ihrer Nachfrage schloss ich außerdem, dass sie ziemlich stolz auf Ihr werk sind, Grund genug auch für mich, das Teil noch einmal näher zu betrachten.
Beim Commencal Supreme DH v3 wurden, anders als beim Vorgänger, alle Frästeile mit Finite Elemente Methoden auf Belastbarkeit und Schwachstellen analysiert, gleichzeitig wurde versucht den Vorstellungen der Designer nachzugehen.
Design spielt eine große Rolle in der Produktentwicklung.
Catia sorgt für Gewichts- und Stabilitätsoptimierung.
Anschließend wurde die Konstrktion in den Herstellungsprozess übersetzt, große Schmiedeteile entwickelt,…
… und parallel mit den Athertons an der Geometrie gearbeitet. Die Überlagerung zeigt die Unterschiede zum Vorgänger sehr deutlich:
Am Ende kam man zu folgender Geometrie, sie entspricht zielmich genau der von den Profis, dank verstellbarem Lenkwinkel und Kettenstreben ist sie auf jede Strecke anpassbar.
Der fertige Rahmen durchlief anschließend eine Vielzahl von Prüfständen und Stresstests,
die Fertigung erfolgt komplett in Fernost. Bei Commencal würde man gerne auf eine Produktion in der Heimat verweisen können, doch die Fertigungskosten lassen es anscheinend nicht zu einem kompetitiven Preis zu. Außerdem möchte man hinzufügen, dass auch die Mitarbeiter in Asien sehr darauf aus sind, die besten Fahrräder zu bauen und als ziemliche Verarbeitungs-Fanatiker gelten können.
Design: Bei der Replica gilt: Athertons all over.
Der Schwerpunkt liegt super zentral, ein Mudfender ist erhältlich.
Das Steuerrohr bietet die Option, den Lenkwinkel um +1 / -1 Grad zu verstellen.
Weitere Details:
– ISCG05 Aufnahme
– Shimano BB83 Pressfit Innenlager
– 200mm Federweg
– 240mm Dämpfer
– Riesige Lager, 15mm Achsen
– Version mit verstellbarer Kettenschrebenlänge: optional 435mm, 442.5mm,450mm
– Version mit fixierten Ausfallenden, nur 442.5mm
Und am Rad des Meisters selbst? Dort ist die Wippe auf der Innenseite abgefeilt (Anscheinend um Gewicht zu sparen), der Aufbau variiert tatsächlich nur minimal. So fährt Gee beispielsweise Continental Reifen statt der an der Replica verbauten Maxxis Gummis und auch in seiner Fox 40 stecken andere Details, ansonsten handelt es sich bei der Replica wirklich um das rennnähste Serienbike, das mir bekannt ist.
Rahmen: SUPREME DH v3 200mm
Dämpfer: FOX RC4
Gabel: FOX 40 RC2 FIT
Steuersatz: Tange Seiki IS24 Campy style
Vorbau: Pro Atherton series direct mount
Lenker: Pro Atherton series Os 745mm
Griffe: Commençal Deluxe Lock-On
Bremsen: Shimano Saint 203/203
Schalthebel: Shimano Saint
Kettenführung: E13 SRS
Schaltwerk: Shimano Saint
Innenlager: Shimano Press Fit
Kurbelarme: Shimano Saint 38t 170mm
Kette: Shimano HG
Kassette: Shimano ultegra 12-25
Felgen: MAVIC EX 721 Black
Naben: Shimano Saint 20mm front, 12mm rear
Speichen: Stainless 64p 3x lacing
Reifen: Maxxis Minion DHF 26×2.5
Sattelstütze: Pro Atherton series
Sattel: Pro Atherton series
Größen: S, M, L
Farbe: Cyan Blue
Genau dieses Rad ist seit diesem Monat in Deutschland erhältlich, es dürfte also eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Gees in Scharen in deutschen Bikeparks aufkreuzen.
Wir hatten es hier schon angekündigt: Commencal baut die Meta Plattform deutlich aus. Das alte Rahmendesign mit “Knuckle-Box” wird nicht mehr weiterverfolgt, der neue Firmenlook ist der, der beim Supreme DHv3 begann und sich jetzt immer weiter durchsetzt. Den europäischen Twentyniner-Zug hat man ebenfalls nicht verpasst, neben Hardtails kommt auch vom Meta ein 29″-Ableger.
Mit einem Teamfahrer wie Remy Absalon und einem schon sehr starken 150mm Bike (dem Meta AM, Fahrbericht hier) war es nur eine Frage der Zeit, bis ein reinrassiges Enduro erscheinen würde. Flache Winkel, ein bisschen mehr Federweg und fertig ist das Meta SX, mit dem Remy auf Megavalanches abfährt.
Commencal Meta SX
Was macht den Unterschied zwischen AM und SX aus? Das SX kommt mit einem flacheren Lenkwinkel (66° mit 160mm Gabel), der Sitzwinkel liegt bei 72°, sollte also voll Uphill-tauglich sein. Als Gabel kommt eine Fox 36 Float R zum Einsatz, auch hier keine Absenkung, das muss so gehen. Am Heck kommt ebenfalls ein Fox Dämpfer zum Einsatz, der Float RP2 XV mit Boost Valve kontrolliert 160mm Federweg (10mm mehr als am AM).
Leider wird beim Komplettrad nicht von der ISCG-05 Aufnahme Gebrauch gemacht, eine Kettenführung wäre an diesem Rad bei 2X10 Gängen absolut sinnvoll. Die kleinste Übersetzung liegt “nur” bei 24 auf 32, was den abfahrtorientierten Einsatzbereich deutlich macht. Das Rahmengewicht liegt wie beim Meta AM bei 3,5kg ohne Dämpfer.
Ausstattung des Komplett-Bikes:
Rahmen Meta SX – 160mm
Dämpfer Fox Float RP2 XV Boost Valve
Gabel Fox 36 Float R 160mm tapered
Steuersatz Integrated w/sealed bearings
Vorbei Commencal VIP OS
Lenker Commencal VIP 1.5″ OS 740mm
Bremsen Formula RX internal 180/180
Schalthebel Sram trigger X7 2×10
Umwerfer Sram X7 direct mount 2×10
Schaltwerk Sram X9 10 speed
Kurbeln SRAM S1000 Press-fit 36/24 w/bash
Kette Sram PC1030 10 speed
Kassette Sram 10 speed PG1050 11-32
Felgen Mavic EN321
Naben Commencal disc 20mm F, 142x12mm R
Reifen Maxxis Ardent 2.4 F, 2.25 R
Sattelstütze Rockshox Reverb 31.6mm
Sattel SDG Circuit for Commencal
Größen S, M, L, XL
Farbe Cab Yellow
Das Gesamtgewicht des Komplettrades wurde noch nicht verkündet, ich würde aber auf 14kg ohne Pedale tippen. Die 142X12mm Steckachse und das Pressfit Innenlager hat es mit dem AM-Rahmen gemeinsam.
Meta AM 29er
Mit seinen dicken Reifen und eher viel Federweg (130mm) kann man das Meta 29er leicht für ein 26″ Rad halten. Auch hier zeigt man die neuen Meta-Gene: Contact System Federung, intere Zugführung, Pressfit Innenlager. Wegen der langen Fox 32 Float RLC 130 hat man beim tapered Steuerrohr und dem Vorbau extra auf eine niedrige Bauhöhe geachtet. Der Lenkwinkel liegt bei eher flachen 68°, starke Bremsen (Formula The One) und breite Achsen (142mm Steckachse) sorgen dafür, dass die Fulcrum Red Power Laufräder in Spur bleiben und verzögert werden. Der Dämpfer ist gleichfalls ein RP2. Zu haben nur in Weiß und in den Größe M, L und XL.
Meta SL
Leider erst recht wenige Informationen hier: Alu-Rahmen, 120mm Federweg, geringeres Gewicht, 26″ – ansonsten ein weiterer Meta-Ableger mit allen bekannten Merkmalen.
Bisher war es nur ein Gerücht, jetzt wurde es von Max Commençal in einem Interview mit dem französischen Velovert Magazin bestätigt: Die Athertons verlassen nach fünf gemeinsamen Jahren Commençal zum Jahresende. Wohin ist noch nicht ganz klar – bisher hält sich das Gerücht, dass Dan, Gee und Rachel kommendes Jahr für GT in die Pedale treten werden.
Auf den Commençal Bikes haben die Athertons zahreiche Siege bei World Cups, im Gesamtweltcup sowie bei Weltmeisterschaften einfahren können.
Max Commençal dazu: “Ich erinnere mich vor allem an die fantastischen 5 Jahre, die wir zusammen verbracht haben mit zwei Weltmeistertiteln und zwei World Cups”
Commençal möchte kommendes Jahr auch wieder am World Cup teilnehmen und bemüht sich gerade darum ein passendes Team zusammenzustellen.
Einen durchaus ungewöhnlichen Stand hat uns in diesem Jahr der andorranische Hersteller Commencal präsentiert. Viel geschnittene Wellpappe, giftig gelbe Räder dazwischen und vor allem ein durchgängiges Design haben uns überzeugen können. Hier kommt der Überblick über die Bikes des Modelljahres 2013.
Besonders gefallen haben uns die neuen Meta SX Modelle, die mit 160mm Fahrwerk und Fox CTD Federelementen für Enduro- und All-Mountain-Biker maximalen Fahrspaß bieten sollen. Optisch ebenfalls sehr ansprechend gestaltet sind die Modelle Meta AM 2 (grün) und Meta AM Girly (hellblau) gewesen, letzteres unterliegt jedoch dem Fehler, dass schwerere Komponenten für die in der Regel leichteren Frauen nur noch mehr Arbeit bedeuten – schicken Rahmen hin oder her.
Eine Erweiterung hat die Meta AM Linie dahingehend erhalten, dass die Bikes nun auch als 130mm 29″-Bikes erhältlich sind.
Doch der Markenkern wird aktuell von anderen Rädern getragen. Im World Cup ist das Team Commencal Riding Addiction gut unterwegs und nicht nur das Supreme DH weiß als Entwicklung der Geschwister Atherton zu überzeugen, sondern auch das neue Meta 4x. Fans der Marke wird der Rahmen noch aus Zeiten von Cedric Gracia bekannt sein, doch das neue Meta 4x erweitert die 4x-Linie in eine sehr positive Richtung und macht Lust auf mehr – auch wenn die Disziplin von der UCI nicht mehr direkt unterstütz wird.
Bilder: Commencal Modelljahr 2013 auf der Eurobike
#Das Commencal Meta 4x ist neu vorgestellt worden und könnte eines unserer Lieblingsbikes werden. Dicke Drehpunkte wie beim Supreme DH, ein steifer Hinterbau für schnelle Antritte und genug Reserven für Einsätze auf der DH-Strecke sollen vorhanden sein. Leider liegen uns noch keine Informationen zu Federweg und Geometrie des schicken Rahmens vor.
#Erkennbar ist jedoch schon jetzt der Einsatz eines getaperten Steuerrohres sowie der schicke Paintjob.
#Der Hinterbau ähnelt mit der schwimmenden Dämpferaufhängung den anderen Rahmen aus der Meta Serie. Am Innenlager ist eine ISCG-Kettenführungsaufnahme vorhanden, das Lager selbst wird per Pressfit-Standard montiert.
#Praktisch: ein im Winkel verstellbarer Steuersatz soll dabei helfen, das Meta 4x 2013 noch besser auf die jeweiligen Bedingungen anzpassen.
#Am Hinterbau verwendet Commencal eine dicke Steckachse und große Drehpunkt. Aus der Öffnung in der Kettenstrebe tritt der innen verlegte Schaltzug aus. Die Bremse wird direkt per PM-Aufnahme angeschaubt.
#Das Supreme DH ist und bleibt das Flaggschiff der Andorraner.
#In der hier gezeigten Supreme DH WC Version lässt das Rad keine Wünsche offen – es ist theoretisch direkt bereit für die Renstrecke.
#Der DH-Rahmen ist der erste mit dem neuen Hinterbau gewesen, der mittlerweile alle Commelcal-Fullies auf der Abfahrt unterstützt.
#Optisch schlank und dennoch massiv wird der Rahmen durch Details wie die innen aufgehängte Schwinge am Hinterbau.
#Der Dämpfer verläuft durch ein aufwändiges Bauteil, das das Innenlager mit dem Sitzrohr verbindet. Alle Lagerpunkte am Hinterbau greifen doppelt auf eine Achse, so dass die Steifigkeit deutlich profitieren soll.
#Commencal ist einer der Hersteller, die bereits auf den neuen 35mm Standard von Easton bauen. Er soll mehr Steifigkeit und Haltbarkeit für Downhill-Bikes sorgen.
#Commencal bietet das Supreme DH auch als Rahmenkit an. Fox Dämpfer, Pressfit-Innenlager und natürlich eine ISCG-Aufnahme gibt es direkt mit dazu.
#Neu sind ein integrierter Schmutzfänger für den Dämpfer (bisher ist hier Handarbeit und Eigeninitiative gefragt gewesen) und der zweiseitige Kettenstrebenschutz, der so ziemlich dem ähnelt, was wir für das ICB diskutiert haben.
#Das Supreme FR ist der kleine Bruder des Supreme DH. Hier gibt es für den Nachwuchs sogar eine 24″ Version. Kein 650b. Kein 29er. Es scheint wirklich noch Leute zu geben, die ein paar kleine Laufräder brauchen ;).
#Das Supreme FR1 ist zweckmäßig für den Freeride-Einsatz ausgestattet.
#Der Hinterbau entspricht grundlegend dem des Supreme DH.
#Grelle Farben, wohin das Auge blickt. Während die Anbauteile in der Regel schlicht und schwarz sind, setzt Commencal im Modelljahr 2013 auf knallige Rahmenfarben.
#Das Meta SX bietet 160mm Federweg, ein Luftfahrwerk und eine der neuen Fox 34 Federgabeln mit ebenfalls 160mm Federweg. Einziger Haken: trotz grundsätzlich innen verlegter Züge gibt es den Rahmen noch nicht mit einer Führung für eine Rock Shox Reverb Stealth. So muss die normale Version mit außenliegender Leitung genügen.
#Konsequenter 1×10-Aufbau. Commencal hat genug Enduroracer im Team um zu wissen, wie man ein aktuelles Enduro-Bike ausstatten sollte.
#Auch das Meta SX zeigt eindeutig, aus welchem Stall es entsprungen ist.
#Innenverlegte Züge im dicken getaperten Steuerrohr. Und ebenfalls die Marken zur korrekten Ausrichtung eines Angle Sets.
#Das Dilemma der zeitgemäßen Enduro-Bikes sind die wirr liegenden Züge zum Lenker, die dem Fahrer die volle Kontrolle liefern sollen. Leider hat der Mensch nach wie vor nur zehn Finger und außer zwei Bremsen sowie einem Schalthebel ist eigentlich alles Nebensache.
#Wer das Rad nicht mit 1×10-fach Antrieb fahren will, der kann per Directmount-Aufnahme auch auf einen Umwerfer umrüsten.
#Der schwimmend gelagerte Dämpfer soll auch am Meta SX für maximalen Fahrspaß sorgen. 160mm und vom Lenker aus verstellbarer Fox Float CTD Dämpfer. Theoretisch ist das Bike in der Top-Version direkt bereit für Endurorennen.
#Ein sinnvolles Detail, wenn auch nicht so schön gelöst wie am Supreme DH, ist der Schmutzschutz für den Dämpfer am Meta SX.
#Das Commencal Meta AM Girly richtet sich mit hell blauem Kleid direkt an die bikenden Ladies. Schade nur, dass die Ausstattung relativ schwer ausfällt. Unsere Ladies brauchen leichte Bikes!
In den vergangenen Wochen häuften sich die Veranstaltungen, an denen auch Endverbraucher die Möglichkeit hatten, die Neuheiten des kommenden Jahrs am eigenen Leib zu “erfahren”. Aufgrund der Masse jener Test-Events waren viele Firmen, insbesondere kleine Brands, nicht überall vertreten. Beim größten Mountainbike-Festival der Welt, dem Roc d´Azur an der französischen Côte d´Azur, war jedoch ein Großteil der MTB-Industrie anwesend, um die neuesten Produkte zu präsentieren und sie für den Praxis-Test bereitzustellen.
Dass das Roc d´Azur eine andere Hausnummer ist als die hierzulande bekannten Festivals, beweisen nicht nur die Besucherzahlen [150.000], sondern auch die Anzahl der Testbikes, die viele Hersteller in Fréjus bereitstehen hatten. Beste Voraussetzungen also, um die Neuheiten auf den zahlreichen Trails rund um Fréjus auf Herz und Nieren zu testen. Nachdem wir euch vor Kurzem erst einen Schnelltest-Artikel vom testRIDE-Festival in Lenzerheide präsentiert hatten [hier zum Artikel], gibt es dieses Mal sechs weitere Bikes sowie zwei bereits vorgestellte Modelle.
Da die in Fréjus vorzufindenden Trails teilweise recht anspruchsvoll und abwechslungsreich waren, konzentrierten wir uns auf die Sparte der 29er. Im Vergleich mit einigen 26″-Bikes mussten die 29er zeigen, ob sie wirklich die bessere Wahl für ihre Einsatzgebiete sind. Im ersten unserer Roc d´Azur-Schnelltestartikel beschäftigen wir uns mit zwei interessanten 29er All Mountains, dem Commencal Meta AM 1 sowie dem Giant TranceX.
29er All Mountains
Commencal Meta AM 1 29″
Das Commencal Meta AM 29″ stellte für uns die wohl größte Überraschung dar. Während wir von einem Commencal ein eher behäbiges, abfahrtsorientiertes und nur wenig bergauffreundliches Bike erwartet hätten, belehrte uns das neue 29er All Mountain aus Andorra schnell eines Besseren. Das Bike fuhr sich sowohl in der Ebene als auch bergauf recht antriebsneutral und ausgewogen. Vor allem unter Last konnte das Commencal mit einem starken Vortrieb punkten, da sich der Hinterbau durch den Kettenzug in eine neutrale Stellung zog. Besonders beim Sprint auf dem Trail wussten wir das sehr zu schätzen.
Wie erwartet lagen die größten Qualitäten des Commencal jedoch in der Vertikalen, wenngleich uns der Hinterbau in der einen oder anderen Situation bergab ein wenig zu linear erschien. Bei größeren Schlägen neigte das Meta AM gerne dazu, unnötigerweise den gesamten Federweg zu brauchen. Das war jedoch das einzige Manko, dass wir dem Meta AM 29 entlocken konnten. Trotz der großen Laufräder bewies das 29er eine gute Wendigkeit, welche sich wohl auf den verhältnismäßig kurzen Hinterbau zurückführen lässt. Für viel Sicherheit und Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten bergab sorgten der etwas längere Hauptrahmen sowie der flache Lenkwinkel.
Obwohl das Meta durch seine angenehme Geometrie und den antriebneutralen Hinterbau durchaus als tourengeeignetes All-Mountain einzustufen ist, so kann das Bike gleichermaßen als Enduro punkten, weshalb wir das Meta AM 29″ auch noch auf die DH-Strecke von Saint Maxime ausführten. Dort bewährte sich das Bike nicht nur auf der äußerst ruppigen DH-Rennstrecke, sondern auch auf den dort vorzufinden großen Sprüngen. Das Commencal bewies eindrucksvoll, dass sich 29er auch im Enduro-Bereich nicht vor 26″-Bikes verstecken müssen.
Auf Zuraten von Maxi entschied ich mich das Giant TranceX 29 zu testen. Im Stand hatte ich anfänglich den Eindruck, dass der Sitzwinkel zu flach sei, dies erwies sich aber auf den ersten Metern bereits als eine Fehleinschätzung. Als es dann auf der Teststrecke bergauf ging, bewies das Rad sogar das komplette Gegenteil. Das Giant kletterte leichtfüßig bergauf, der Hinterbau zeigte sich antriebsneutral und die eingesetzte Kraft wurde gut in Vortrieb umgewandelt. Alles in allem überraschte mich das Bike mit einer sehr angenehmen Sitzposition.
Bergab zeigte das Rad eine weitere Stärke. Das potente Fahrwerk mit 130mm Federweg sorgte für guten Bodenkontakt und vermittelte in Kombination mit den großen Laufrädern viel Sicherheit. Negativ fiel mir beim Komplettbike nur die Vario-Stütze aus eigenem Hause auf, diese hatte ordentlich Spiel und die 100 mm Verstellbereich könnten einigen Leuten zu wenig sein. Für mich erwies sich das Giant als das perfekte Alltagsrad. Egal ob man mit Freunden traillastige Touren oder alleine an einem Marathon teilnehmen möchte, mit dem TranceX 29 hat man nahezu immer das richtige Bike an seiner Seite.
Pro:
angenehme Sitzposition
Kletterfreudig bergauf
guter Vortrieb
bergab sehr ausgewogen
liegt satt auf dem Trail
gelungenes Alltagsbike
Contra:
Giant-Sattelstütze hatte Spiel und nur 100 mm Verstellbereich
Verarbeitung könnte besser sein
Bilder: auf den Trails rund um Frêjus
#Das Commencal Meta AM 29er hatte unseren Testern angetan.
#Auch mit 29ern kann man es bergab mächtig stehen lassen.
#Auf der DH-Strecke von Saint Maxime musste das Meta 29 beweisen was es kann – auch Springen.
Im zweiten Teil dieser Roc d´Azur-Schnelltestserie werfen wir einen kurzen Blick auf die 650b- und 29″-Version des brandneuen Cube Stereo. Außerdem haben wir noch Schnelltests zu den Modellen Cannondale Scalpel 1 Carbon, GT Fore LE & Zaskar 100 9R sowie das Commencal Meta SX für euch auf Lager.
Zum Abschluss unserer vierteiligen Schnelltestserie vom diesjährigen Roc d´Azur-Festival in Frêjus haben wir noch ein paar kurze Erkenntnisse zu den Modellen GT Force LE und Commencal Meta SX. Beide Bikes gliedern sich in die Klasse der Enduros ein und bauen auf herkömmlichen 26″-Laufrädern auf. Welchen Eindruck die beiden Enduros bei uns hinterlassen haben, erfahrt ihn hier.
GT Force LE
Mit dem Force LE hält GT das altbekannte Sanction im Programm und gliedert es mit einem neuen Namen in die Gruppe der Force Modelle ein. Der Zusatz LE deutet an, dass es sich bei dieser Version um ein waschechtes Race-Enduro handeln soll. Dass das Force LE zu so manch gutem Resultat verhelfen kann, stellte bereits Dan Atherton in der laufenden Saison unter Beweis. Auch wir wollten die Qualitäten der Enduro-Rennmaschine am eigenen Leib erfahren.
Schon beim ersten Aufsitzen spürt man deutlich, dass das GT keines der sonstigen “Mainstream” Enduros ist, bei denen vor allem Fahrkomfort im Vordergrund steht. Das Force LE ist straff und kommt mit einer sportlichen Geometrie. Auf den ersten Metern spürt man deutlich, dass der I-Drive-Hinterbau hält was er verspricht: Vortrieb pur. Dieser Eindruck bestätigt sich nicht nur in der Ebene, sondern auch bergauf sowie auf Zwischensprints auf dem Trail. Trotz des kurzen Vorbaus an einem “Medium”-Rahmen neigt das Force LE auch an steilen Anstiegen keineswegs zum Steigen, sondern klettert zielgerichtet effektiv bergauf.
Auf dem Trail weiß das Bike durch seine Wendigkeit ebenso zu überzeugen wie durch das präzise Handling. Das straffe, jedoch schluckfreudige Fahrwerk lässt das Force LE nicht aus der Ruhe bringen und gibt dem Fahrer die Möglichkeit, das Bike millimetergenau auf der Ideallinie zu halten. Auch bei größeren Schlägen sowie Sprüngen liegt das Rad satt auf der Piste, was auch dem relativ flachen Lenkwinkel zu verdanken ist.
Im Großen und Ganzen konnte uns das Force LE voll und ganz überzeugen und stellte sich als kompromisslose Enduro-Rennmaschine heraus. Ein kleiner Wermutstropfen waren jedoch die etwas nervigen Geräusche, die unentwegt aus dem Bereich des I-Drive kamen. Aufgrund der vielen Lager und Umlenkungen, wird man sich hier wohl auf eine hohe Wartungsintensität einstellen müssen, möchte man sein Bike geräuschfrei halten.
Das Meta SX kommt “out of the box” mit nur einem Kettenblatt vorne, Fox CDT-Federelementen mit Lenker-Remote-Hebel und einer Reverb Stealth-Sattelstütze. Die Rahmen fallen insgesamt relativ kurz aus, so saß ich auf dem Modell in Größe M mit kurzen Vorbau beim 180cm Körpergröße sehr gedrungen, was bergauf jedoch kaum störte. Genau wie das Meta AM 29 ist auch beim SX der Hinterbau sehr antriebsneutral, verhärtet im Wiegetritt und sorgt dafür, dass das Rad massig Vortrieb generiert.
Im Downhill fuhr sich das kurze Rad äußert verspielt, der Hinterbau war allerdings sehr linear und der Dämpfer gab sehr schnell viel Federweg frei. Auch der ein oder andere Durchschlag blieb dadurch leider nicht aus. Es wäre jedoch möglich, dass in dem Messeausstellungsstück ein Dämpfer mit dem falschen “Tune” verbaut war. Ebenso scheint die laute Geräuschkulisse der innenverlegten Züge auf den Messebikestatus des Meta SX zurück zu führen sein, denn beim Meta AM 29 war von den innenverlegten Zügen nichts zu hören.
Commencal hat mit dem Meta SX ein Bike geschaffen, welches mit seiner aufgeräumten Optik, seiner verspielten Geometrie und der guten Ausstattung punkten kann. Für eine genaue Einschätzung des Rades müsste man das Rad jedoch in der Serienversion sowie in Größe L ein weiteres Mal unter die Lupe nehmen.
Pro:
relativ Antriebsneutral – Hinterbau verhärtet im Wiegetritt
in der Größe M sehr verspielt
das Vorderrad steigt auch ohne Absenkfunktion bergauf nicht
Race Ready, mit vernüftiger Kettenführung, und CTD-Remote Hebel am Lenker
Müsste man den Titel “Mr. Marathon Downhill” vergeben, so würde dieser wohl keinem mehr gebühren als dem Franzosen Rémy Absalon. Der sympathische jedoch zurückhaltende Commencal Team-Fahrer kann auf insgesamt acht Megavalanche-Siege (3 in Alpe d´Huez, 5 auf La Reunion) zurückblicken. Hinzu kommen vier Titel als Marathon Downhill Europa Cup-Sieger.
Neben Rene Wildhaber und Jerome Clementz war er einer der ersten die Wettkämpfe nach dem Prinzip des heutigen Enduro-Rennformats bestritten. Den größten Teil dieser erfolgreichen Karriere, genauer gesagt neun Jahre lang, stand ihm dabei eine Person, dessen Firma und Produkte beiseite – Max Commencal und seine gleichnamigen Bikes. Nach dieser langen Zeit trennen sich nun die Wege der Beiden.
#Seine erste EWS-Saison verlief für den erfolgreichen Franzosen nicht so wie erhofft: nur Platz 4 im Gesamt-Ranking der Enduro World Series.
Ganze neun Jahre lang stand Remy Absalon im Dienste der kleinen aber dennoch allseits bekannten Marke Commencal. Während Absalon heute auf der französischen Insel La Reunion sein letztes Rennen auf einem Commencal-Bike bestritt, gab sein Sponsor gestern Abend die Trennung bekannt. Rémy Absalon wird kommendes Jahr nicht länger auf Commencal Bikes unterwegs sein. Bei welchem Sponsor oder Team er unterkommen wird, wurde bisher nicht publik gemacht. Es verdichten sich jedoch die Gerüchte, dass er wohl bei Scott unterkommen dürfte. Wie es scheint, wird Absalon 2014 an der Seite seins Landsmanns Theo Galy auf Scott-Bikes an den Start gehen.
#Keiner kann auf so viele Megavalanche-Siege zurückblicken wie er. Insgesamt acht Mal entschied er die Rennen in Alpe d´Huez und La Reunion für sich.
#Dan Atherton attackiert Absalon beim Aufstieg oberhalb von Alpe d´Huez. Absalon behält die Oberhand muss sich jedoch von Jerome Clementz geschlagen geben – wie so oft in dieser Saison.
Um sich von ihrem langjährigen Team-Mitglied gebührend zu verabschieden, veröffentlichte Commencal gestern ein sehenswertes Video-Interview mit Absalon.
Nine years. Nine years replete of competitions, trips, encounters, videos and photos. During all this time, Remy offered us wonderful victories riding the whole range of META and helping to improve it.
Even if our partnership stops at the end of the 2013 season, we are wishing to spend one last good moment with him. Thus, with his usual calmness and joviality, Remy goes back one year after another on the different times that have marked his career and that enabled him to become one of the best enduro riders in the world. – Commencal
Auf der Commençal-Webseite besteht seit kurzem die Möglichkeit, sich sein Traumbike individuell zusammenzustellen. Ein Online-Konfigurator führt durch die Auswahl der verschiedenen Komponenten. Alle weiteren Informationen gibt es in der englischen Pressemitteilung:
“Our A La Carte program is the best way to build your bike as you would like it to be, depending on how you use it, what you like doing with it and the price you would like putting into it.
Thanks to this new section available on our website, you can now have fun simulating the bike of your dreams, so if you have any questions or recommendations, ask us!
At COMMENCAL we ride, love our job and always try to be closer to you. This is why we created the ALC program. The bike will be assembled with great care. It is custom-made, just like haute couture. ALC, the culmination of our job! See you very soon”, Max COMMENCAL
Luxury? Pure craziness? Or tantrum? We let you be the judge.
What you got to be aware of is that, the boss now is you and you only. Take advantage of it, and most of all, enjoy what you are doing!
Von Commençal gibt es Kinderbikes im DH-Look, mit denen sich die Kleinsten an die ersten Sprünge und Drops heranwagen können. Mit den Bikes von 20″ bis 26″ sollen die ersten Bikeparkbesuche gemeistert werden. Alle weiteren Informationen gibt es in der Pressemitteilung:
Supreme 20″
Laut Aurélien, 6 Jahre alt, ist dieses Modell “unglaublich cool”. Es hat den richtigen DH-Bike Look. Mithilfe der Luftfederelemente wird ein geringes Gewicht erreicht. Dazu kommen Scheibenbremsen mit Griffen für kleine Hände. Das Bike ist als Rahmen, Rahmenset mit Dämpfer oder als Komplettbike zu haben.
Schon sehr wählerisch kommentiert der 12-jährige Louis: “Es ist ein wirklich gutes Bike, nicht schwer und die Federung funktioniert gut. Ich kann damit besser fahren und springen lernen.”. Mit 140mm Federweg, 15mm Steckachse, Scheibenbremsen und 2.35er Reifen können junge Fahrer mit diesem Supreme ihre ersten Drops oder Steinfelder meistern.
Bisher hat immer eine Zwischengröße zwischen den großen Downhillern und den Kinderbikes gefehlt. Ein Bike, mit dem junge Fahrer (1,40m bis 1,70m) im Bikepark und bei Rennen fahren können. Das Supreme Junior schließt jetzt diese Lücke.
Das Commençal Meta ist seit jeher der Allrounder im Programm des kleinen Unternehmens aus Andorra. Ende Juli ist nun das vollständig überarbeitete Commençal Meta V4 vorgestellt worden, das sich mit reduziertem Gewicht, progressiverer Kinematik und besserer Antriebsneutralität besonders an die Enduro-Fahrer richtet, die sich ihre Höhenmeter vor der Vernichtung selbst erarbeiten. Alle wichtigen Informationen und Bilder zum neuen Bike haben wir in diesem Artikel für euch zusammengefasst.
#Da ist es, das neue Commencal Meta AM V4 - Deutlich verändert, leichter und auch schneller? Foto von Samuel Decout
#Das Highlight des neuen Rahmens ist neu entwickelte Hinterbau - Foto von Samuel Decout
#Die Besonderheit: - der Dämpfer findet in einer Tasche im Oberrohr platz.
Commencal Meta AM (V4) 2015
In aller Kürze
Commencal hat das Meta AM in der vierten Generation grundlegend überarbeitet und präsentiert für 2015 einen neuen Hinterbau, der 150mm Federweg zur Verfügung stellt. Die erhöhte Progression und die angepasste Raderhebungskurve der Kinematik sollen dafür sorgen, dass das Rad besser zu pedalieren ist und bergab eine bessere Federungsperformance zeigt. Die Geometrie ist moderat auf die neuen 650b-Laufräder angepasst worden und das Gewicht des Rahmens konnte um ca. 500g gegenüber dem Vorgängermodell gesenkt werden.
Zur Markteinführung wird es vier Ausstattungsoptionen für die Kompletträder geben, wobei eine davon das neue Commencal À La Carte-Programm ist, im Rahmen dessen die Ausstattung individuell konfiguriert werden kann.
#Die Evolution des Commencal Meta - von V1 bis zum V3
Im Detail
Konzept
Commençal definiert ein Enduro als ein Downhill-Bike, das zu klettern gelernt hat. Die erste Version des META ist im Jahr 2005 das META 5 gewesen, das durch das META 6 abgelöst worden ist – diese zweite Version ist dabei das gewesen, was wir heute gemeinhin als Enduro bezeichnen. Mit vom Lenker verstellbarer Sattelstütze, flacherem Lenkwinkel und einer 160mm Federgabel hat es viel gemein mit dem, was heute im Trend ist. Wie deutlich der Schritt zu den aktuellen Enduros dennoch ist, zeigt sich bei der dritten Version – ein steiler Sitzwinkel und nochmals flachere Lenkwinkel sind es, die das Enduro so vielseitig machen. Gleichzeitig sind die Radstände gewachsen, ein Trend, der mit der vierten Version eingefangen worden ist.
#Der neue Rahmen - das Commencal Meta V4 ist schlanker und leichter geworden
#Die neue Kinematik arbeitet progressiver und ist leichter. - Beides soll den Fahrqualitäten zu Gute kommen.
Das neu vorgestellte Meta V4 basiert auf seinen diversen Vorgängern und trägt insbesondere die Gene des Meta V3 in sich, doch soll es einige Unzulänglichkeiten dieses bei Abfahrern besonders beliebten Bikes ausbessern und so das Gesamtpaket noch attraktiver machen. Im Lastenheft hat Commencal für das Meta V4 die folgenden Punkte aufgeführt: Verbesserung der Gesamtleistung, Verbesserung der Pedalierbarkeit, bessere Zugänglichkeit des Dämpfers, Beibehaltung der Downhill-Performance und Zuverlässigkeit und Vertiefung der Firmen-DNA basierend auf „fun, performance und aesthetic“.
Um diese Ziele zu erreichen ist kein Teil des Rahmens unangetastet geblieben und bereits auf den ersten Blick zeigt sich, dass für die Erreichung der Anforderungen ein grundsätzlich neues Design entwickelt worden ist. Größere 650b-Laufräder, eine geänderte Hinterbaukinematik mit einem unter dem Oberrohr versteckten Dämpfer sowie verbesserte Rohrsätze sind die Zutaten für das neue Bike gewesen, das dem Trend entsprechend konsequent auf die Verwendung eines 1×11-fach Antriebs ausgelegt ist.
Wer den Rahmen mit 2-fach Antrieb kauft, muss den Umwerfer über eine zusätzliche Schelle montieren. So bleibt der Look des Sitzrohres clean und eine komplizierte Lösung an der Kettenstrebe entfällt. Das Commencal damit grundsätzlich auf dem richtigen Weg ist, zeigt die aktuelle Abstimmung zum ICB 2.0 – der Umwerfer wird nur von einer Minderheit gefordert und 50% wünschen sich an ihrem Rad einen 1×11-fach Antrieb.
Während das bewährte Meta V3 mit 3,5kg Rahmengewicht sogar schwerer als das ICB 1.0 gewesen ist, soll das neue V4 über 500g abgespeckt haben und nun bei 3kg Rahmengewicht liegen. Möglich wird diese Erleichterung durch neue Rohrsätze und den grundsätzlich geänderten Hinterbau, der jedoch ein komplexes, aus drei Teilen gefertigtes Oberrohr erforderlich macht. Es nimmt den Dämpfer in einer großen Tasche auf und spannt sich dafür relativ breit zwischen den Beinen. Der Vorteil soll sein, dass die Krafteinleitung in idealer Weise erfolgen kann und die Überstandshöhe über dem Rahmen minimiert wird. Trotz der Gewichtseinsparungen soll das Commençal Meta AM eine sehr überzeugende Steifigkeit bieten, die so hoch liegt, dass der Rahmen präzise und effizient gesteuert und beschleunigt werden kann aber gleichzeitig flexibel genug ist, um Traktion aufzubauen und störende Schwingungen zu dämpfen. Von Seiten der Entwickler wird hier klar kommuniziert, dass ein Bike auch zu steif sein kann und in diesem Fall Traktion und Sicherheit kostet.
#Gefertigt werden die Bikes nach Vorgaben und mit Werkzeugen von Commencal in Asien - Foto von Samuel Decout
#Neue Rohrsätze und aufwendige Fertigungsverfahren sollen dabei helfen, Gewicht zu sparen. - Foto von Samuel Decout
#Der Hauptrahmen: Gut zu erkennen der höher gelegte Drehpunkt und das dreiteilige Oberrohr - Foto von Samuel Decout
#Die Rohre sind dreifach konifiziert - so sollen Steifigkeit und niedriges Gewicht vereinbart werden. - Foto von Samuel Decout
#Das aufwendigste Bauteil am Commencal Meta V4 ist das dreiteilige Oberrohr mit Tasche für den Dämpfer - Foto von Samuel Decout
#Speziell für Commencal werden die Drehpunkte erst nach dem Schweißen bearbeitet. So soll bestmögliche Toleranzeinhaltung gewährleistet werden. - Foto von Samuel Decout
#Wiegetrittsimulation bei voller Kompression: Die Rahmen müssen am Prüfstand zeigen, was sie halten. - Foto von Samuel Decout
Gefertigt wird das neue Meta AM aus einem 6066 T4 + T6 Aluminium-Rohrsatz, der dreifach konifiziert und geschmiedet wird. So soll bei reduziertem Gewicht die gewohnte Haltbarkeit garantiert werden können. Eine Besonderheit der Fertigung ist, dass Commençal die Drehpunkte erst nach dem Schweißen planen lässt. So soll der Rahmen möglichst leichtgängig laufen und mit minimalen Toleranzen arbeiten können, was der Hinterbau-Performance zu Gute kommen soll. Durch die Überarbeitung sind auch kleine Details wie die Ausfallenden oder der Kettenstrebenschutz optimiert worden. So befindet sich die Post Mount-Aufnahme der hinteren Scheibenbremse nun kompakt in die Kettenstrebe integriert und spart so Gewicht, während der Schutz des Bremssattels verbessert wird. Die insgesamt integriert verlaufende Kabelführung wird aus der Kettenstrebe hinaus und unter einen neu entwickelten Kettenstrebenschutz verlegt, wodurch die Wartung vereinfacht werden soll. So sei es bislang teilweise schwer gewesen, den Zug durch die Kettenstrebe zu fädeln.
#Neue Post Mount-Bremsaufnahme und neuer Kettenstrebenschutz
#Das neue soll ein besserer Allrounder sein, doch die guten Abfahrtseigenschaften des Vorgängers beibehalten - Foto von Samuel Decout
In der Summe der Entwicklungen soll das Meta V4 das V3 in jeder Hinsicht übertrumpfen – und insbesondere bergauf eine deutlich bessere Leistung an den Tag legen. Hier erklärt sich dann auch, warum es beim Namen Meta AM geblieben ist: Unter All-Mountain versteht man bei Commencal das eine Rad, das in allen Situationen funktioniert und eine überzeugende Leistung liefert. Das eine Rad für alle Trails – bergauf und bergab – und für alle Tage. In letzter Konsequenz könne man, so Firmengründer Max Commencal, das neue Meta AM als einziges Rad in die Garage stellen und jeden Tag Spaß haben. Nach vielen Jahren der Differenzierung und Diversifikation der Bikes soll es mit diesem Bike nun wieder auf den Kern des Sports zurück gehen – zumindest für die, die das wollen.
#Commencal Meta AM V4 - die Details des neuen Rahmens
Hinterbau
Der Schlüssel zur Erreichung der oben genannten Ziele ist der Hinterbau am Meta V4 gewesen. Während das Grundprinzip eines eingelenkigen Hinterbaus mit mehrgelenkiger Abstützung unangetastet geblieben ist, verzichtet das V4 auf die komplizierte und kompakte Kinematik des V3 mit im Sitzrohr schwimmend aufgehängtem Dämpfer und setzt auf ein leichteres, schlankeres System, bei dem der Dämpfer über eine Umlenkung angesteuert und unter dem ausgehöhlten Oberrohr montiert wird. Zur Umgehung des Sitzrohres wird ähnlich wie bei Specialized eine Dämpferverlängerung montiert, doch in diesem Fall ist sie mit Seriendämpfern kompatibel und ermöglicht so den einfachen Tausch oder ein Upgrade des Federbeins.
Ein Nachteil der neuen Positionierung des Dämpfers ist, dass großvolumige Dämpfer wie etwa ein Cane Creek Double Barrel Air CS [Test] oder ein RockShox Vivid Air nicht montiert werden können. Hierzu ist der Platz zu knapp. Bei Commencal ist man sich jedoch sicher, dass die angebotenen Optionen mit RockShox Monarch Plus und optional einem BOS KIRK mehr als ausreichen, um dem Meta AM sein volles Abfahrtspotential zu entlocken.
Durch eine neue Positionierung der Drehpunkte und Hebelverhältnisse soll der Hinterbau des neuen META AM deutlich progressiver ausfallen, als der des Vorgängermodells. So soll weniger Federweg verschenkt werden und trotz eines besseren Ansprechverhaltens für beste Traktion im Endeffekt die selbe Durchschlagsicherheit erreicht werden. Gleichzeitig soll so die Pedalierbarkeit positiv beeinflusst worden sein.
#Alt gegen neu - der Hinterbau des META V4 ist progressiver geworden - Das soll sich sowohl im Uphill, als auch im Downhill positiv bemerkbar machen.
Ein besonderes Augenmerk hat auf der Positionierung des Hauptlagers gelegen: Eine optimale Raderhebungskurve erfordert einen höher gelegten Drehpunkt, während die Antriebseffizienz eine Anpassung von Drehpunktlage und Kettenblattgröße erfordert. In Anbetracht der bei 650b erforderlichen Absenkung des Innenlagers hat man bei Commencal hier einen Kompromiss gefunden, der einen sehr neutralen Antrieb mit einer zumindest anfänglich nach hinten weisenden Raderhebungskurve kombiniert. Der Verzicht auf einen Umwerfer und die Konzentration auf 1-fach Antriebe haben hier viele Freiheiten geschaffen, um den Drehpunkt möglichst frei positionieren zu können.
Geometrie
Die bewährte Geometrie des META V3 ist für das V4 moderat angepasst worden und basiert auf den neuen 27,5“ Laufrädern. Der Lenkwinkel bleibt bei 66°, was gegenwärtig das gängige Maß für Enduros zu sein scheint und verhindert, dass der Radstand trotz gewachsener Oberrohrlängen zu groß wird. Der effektive Sitzwinkel ist mit 74° gewohnt steil gewählt, so dass das Rad bergauf den Fahrer weit genug vorne positioniert. Dank der absenkbaren Teleskopsattelstützen gibt es im Downhill dennoch keine Probleme mit dem Sattel, der entsprechend weit nach vorne wandert.
Die Innenlagerabsenkung fällt mit 12mm relativ moderat aus, während die Reach-Werte im Bereich von 403mm (S) bis 466mm (XL) relativ lang ausfallen. Im direkten Vergleich mit den zuletzt gezeigten, besonders langen Geometrien von Orange, Canyon oder Mondraker sind diese Werte jedoch fast schon wieder moderat. Die entsprechenden Radstände reichen von 1144mm bis 1225mm. Im Gegensatz zu anderen Enduros setzt Commencal auf relativ lange Kettenstreben: 437mm messen sie im uneingefederten Zustand.
Alle relevanten Geometriemaße für die vier Rahmengrößen von S bis XL sind in der folgenden Grafik dargestellt:
Die Geometrie des Meta V4 ist auf die Verwendung mit 150 bis 160mm Gabelfederweg ausgelegt und soll ihre optimale Leistungsfähigkeit in Kombination mit 50–60mm langen Vorbauten bringen. So soll gewährleistet sein, dass das Rad bergauf eine gute Krafteinleitung ermöglicht und viel Druck auf dem Vorderrad lastet. Team-Fahrer Pierre Edouard Ferry empfiehlt all jenen, die es vornehmlich auf die Abfahrt abgesehen haben, das Rad eventuell eine Nummer größer zu kaufen und einen 30mm Vorbau zu montieren.
Technische Daten
Hersteller: Commencal Modell: Meta AM (V4) Modelljahr: 2015 Kategorie: Rahmen, vollgefedert Einsatzbereich: All-Mountain / Enduro Laufradgröße: 650b Federweg: 150mm Dämpfer: 200x57mm (22,2×10 / 14x10mm Hardware) Steuerrohr: ZS44/56 Innenlager: BB92 Pressfit Kettenführungsaufnahme: ISCG05 Hinterachse: 12x142mm Steckachse Scheibenbremsaufnahme: Post Mount 160mm Sitzrohr: 31,6mm Zugführung für Remote-Sattelstütze: ja, stealth-kompatibel Umwerfer: high direct mount (über Adapter) Zugführung: integriert
Größen: S, M, L, XL Gewicht: 3,0 kg (ohne Dämpfer, Herstellerangabe)
#Im französischen Alpenort Tignes hat Commencal das neue Rad für Testfahrten bereit gestellt.
#Farblich ein echtes Commencal - technisch eine komplette Neuentwicklung
#Bereit für den Kurztest: Die Commencal Testflotte - Foto von Samuel Decout
#Die klaren Linien des neuen Meta AM lassen es optisch leichter wirken
#Dämpferaufnahme im Oberrohr: Ein Vivid Air passt hier leider nicht.
#Die Testräder sind mit teuren BOS Fahrwerken ausgestattet gewesen. - Foto von Samuel Decout
#Flache, breite Lenker - das Commencal Meta AM soll aus der Box bereit für den Enduro-Einsatz sein. - Foto von Samuel Decout
#50 oder 60mm Vorbaulänge sind in der Geometrie eingeplant. Das soll dem Uphill-Verhalten gut tun.
#Der Dämpfer verschwindet zu mehr als der Hälfte im Oberrohr.
#Die Aufnahme für die Scheibenbremse ist auf die Kettenstrebe gewandert. Das spart Gewicht und ist besser geschützt.
#Ein Eingelenker mit mehrgelenkiger Abstützung - hier ist alles beim Alten geblieben.
#Supervelos Principat D Andorra - das ist Commencal. Gut zu erkennen die großen Lager an den Drehpunkten.
#BB92 Pressfit Innenlager und viel Reifenfreiheit am Hinterbau.
#Die neue Umlenkung am Hinterbau - kompakt und progressiv.
#Neben dem hier gezeigten BOS Kirk Dämpfern passt beispielsweise auch ein Monarch Plus in den Rahmen.
#Auf alles vorbereitet: Wer will, kann den Dämpfer über eine Fernbedienung ansteuern.
#Das konische Steuerrohr mit den üblichen Maßen: ZS44/56
#Die Ideen kommen aus Andorra, doch gefertigt werden die Rahmen in Asien.
Preise und Ausstattungen
Commencal Meta AM O
– Origin-Ausstattung
– Marzocchi 350 R, 160mm
– X-Fusion O2 RLX, 150mm
– Sram X7, 2×10-fach Antrieb
– Tubeless ready Laufradsatz
– Preis: 1.999€
Commencal Meta AM E
– Essential-Ausstattung
– RockShox Revelation RCT3, 150mm
– RockShox Monarch RT3, 150mm
– Sram X7 / X9 2×10-fach Antrieb
– Tubeless ready Laufradsatz
– KS Lev Integra Sattelstütze, 125mm
– Preis: 2.599€
Commencal Meta AM R
– Race-Ausstattung
– RockShox Pike RCT3 Solo Air, 160mm
– RockShox Monarch RT3, 150mm
– Sram X1, 1×11-fach Antrieb
– Alpha Tubeless ready Laufradsatz
– KS Lev Integra Sattelstütze, 125mm
– Preis: 3.299€
Commencal Meta AM À La Carte
– Preise und Ausstattungen in Abhängigkeit der gewählten Komponenten. Bislang keine weiteren Angaben.
Commencal Meta Trail (V4) 2015
Basierend auf dem neuen Meta AM hat Commencal auch ein neues Commencal Meta Trail V4 vorgestellt, dass über die gleichen Eigenschaften wie sein größerer Bruder verfügt, sich aber mit 120mm Federweg am Hinterbau mehr in Richtung All-Mountain / Trail orientiert als zum Enduro. In der Geometrie unterscheiden sich die beiden Bikes durch einen steileren Lenkwinkel (67,5°) und etwas längere Oberrohre, wodurch das ebenfalls auf 650b-Reifen fahrende Meta Trail bessere Uphill-Eigenschaften erreichen soll. Durch geänderte Rohre und den kürzeren Dämpfer soll das Gewicht des Rahmens ohne Dämpfer bei 2,9kg liegen. So sollte auch das Meta Trail den hauseigenen Anforderungen an die Haltbarkeit entsprechen.
Commencal Meta Trail À La Carte
– Preise und Ausstattungen in Abhängigkeit der gewählten Komponenten. Bislang keine weiteren Angaben.
#Präsentationsraum - hier steht die neue Collection von Commencal für 2015 - Foto von Samuel Decout
#Savoir Vivre - die Franzosen wissen, wie man es sich schmecken lässt. - Foto von Samuel Decout
Meinung @MTB-News
Das Commencal Meta ist ein Klassiker und zählt mit zu den Begründern der Enduro-Kategorie. Für das neue Modelljahr – die vierte Generation – zeigt sich das Meta AM vollständig überarbeitet mit neuer Hinterbaukinematik, angepasster Geometrie und neuen Ausstattungsoptionen. Nebenbei ist das Rad auch noch auf 650b Laufräder gestellt worden und hat gut 500g abgespeckt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Optisch wirkt das Meta V4 wie aus einem Guss und die Preise profitieren von der Umstellung auf den Direktvertrieb. Auf dem Trail soll das Rad nach wie vor insbesondere bergab überzeugen, doch auch die Kletterei soll dem neuen Rad nun deutlich besser liegen. Einen ausführlichen ersten Fahreindruck vom neuen Commencal Meta AM werden wir in Kürze veröffentlichen – soviel vorneweg: Das Rad macht Spaß!
#Team-Fahrer Pierre Edouard Ferry zeigt mit diesem schönen Tabletop, wie gut sich das Meta AM auch im Bike-Park bewegen lässt. - Foto von Samuel Decout
#PEF lobt auch das ausgewogene Handling bei Sprungeinlagen. - Foto von Samuel Decout
#Er sei insgesamt sehr sehr zufrieden mit seinem neuen Spielzeug. - Foto von Samuel Decout
#Die Geometrie soll bergab viel Sicherheit und Spaß bringen. - Foto von Samuel Decout
#Ein letzter Blick ins Tal - in Kürze veröffentlichen wir auch den Kurzfahrbericht zum neuen Meta AM V4 - Foto von Samuel Decout
Weitere Informationen
CommencalHomepage Bilder: Tobias Stahl, Commencal Media Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2014
Neben der ausführlichen Vorstellung des neuen Commencal Meta AM V4 für das kommende Modelljahr haben wir in Tignes auch die Möglichkeit gehabt, drei Tage lang mit dem neuen Bike unterwegs zu sein und das Rad sowohl im Bike-Park, als auch auf natürlichen, alpinen Trails zu fahren. Die Ergebnisse dieser Ausfahrten haben wir in diesem Kurzfahrbericht des neuen Meta V4 2015 für euch zusammengefasst.
#Unser Bike für den Kurztest: Das Commencal Meta AM V4 2015
Im Stand
Diese Überarbeitung hat sich gewaschen: Mit einem vollständig neuen Design, deutlich überarbeitetem Hinterbaukonzept und auf 650b-Laufräder eingepasster Geometrie hat Commencal die vierte Version des erfolgreichen Meta AM vorgestellt und augenscheinlich kein Detail unangetastet gelassen.
Besonders auffällig ist das neue Hinterbaudesign. Die Andorraner setzen weiterhin auf einen eingelenkigen Hinterbau mit mehrgelenkiger Abstützung, doch der Dämpfer wird nicht mehr schwimmend über dem Innenlager platziert, sondern wird über eine Dämpferverlängerung von einer kompakten Kinematik angesteuert und stützt sich im Oberrohr ab. So wirkt das Rad optisch deutlich schlanker und soll gleichzeitig dank optimierter Kennlinie mehr Progression und besseres Feedback bieten. Und ganz nebenbei sollen 500g Gewicht abgespeckt worden sein.
#Das Highlight am neuen Meta V4 ist der im Oberrohr aufgenommene Dämpfer
Zusammen mit dem 150mm Hinterbau und entsprechenden Gabeln soll die überarbeitete und auf die größeren Laufräder angepasste Geometrie dafür sorgen, dass das Meta AM nach wie vor sehr gute Abfahrtseigenschaften bietet, aber bergauf schneller und leichter zu bewegen sein soll. Entgegen dem Trend zu sehr flachen Lenkwinkeln, sehr langen Oberrohren und extrem kurzen Vorbauten (siehe Mondraker oder zuletzt Canyon mit den Race-Geometrien) spezifiziert Commencal weiterhin einen 50 oder 60mm Vorbau und belässt den Sitzwinkel bei gewohnt steilen 74°, wodurch das Rad einen besonders langen Radstand vermeidet und trotz guter Laufruhe ein hohes Maß an Verspieltheit und Kurvenfreudigkeit bieten soll. Ganz bewusst lässt Commencal damit Luft für das abfahrtsorientiertere Meta SX mit 26“, das weitestgehend unverändert in die neue Saison mit übernommen wird und noch auf dem alten Rahmendesign mit schwimmend gelagertem Dämpfer aufbaut.
#Für mich (177cm) ist Rahmengröße M beim ersten Aufsitzen ideal. Wenige Minuten später pedalieren wir hinauf nach Tignes
#Unser Testbike verfügt über einen hochwertigen BOS Kirk Luftdämpfer, der vielfältig einstellbar ist.
#Dämpferverlängerung ja - spezieller Dämpfer nein. Commencal hat aufgepasst!
#Die Umlenkung am Hinterbau ist wesentlich kompakter geworden. Das spart Gewicht.
#Durch das neue Hinterbaudesign soll der Dämpfer gut vor Dreck geschützt sein. Die Lager sind groß und gedichtet und sollen so lange halten.
Max Commencal sieht im neuen Meta V4 damit das eine Mountainbike, das wirklich alles können soll: Gut bergauf, besser bergab. Laufruhig und dennoch handlich genug für Spitzkehren und technische Uphills. Wichtiger ist ihm jedoch, dass auf dieses Rad zu jeder Zeit Verlass sein soll. Den Ruf der guten Robustheit haben sich Commencal-Rahmen in den letzten Jahren damit erkauft, dass sie nicht besonders leicht gewesen sind. Auch das neue Commencal Meta V4 bricht nicht direkt mit dieser Tradition und soll auch weiterhin eher mit guter Haltbarkeit als mit niedrigem Gewicht überzeugen. Doch unser Komplettrad kann sich dennoch auf der Waage sehen lassen: Mit BOS Luftfederelementen, 1×11-fach Antrieb und Maxxis Highroller II Bereifung bringt es in Größe M ohne Pedale 13,5kg auf die Waage – nicht unbedingt rekordverdächtig aber doch wesentlich leichter als das, was wir gewohnt gewesen sind. Und definitiv konkurrenzfähig.
Ausführliche Beschreibungen der Kinematik, Ausstattungsoptionen und Geometrie des neuen Commencal Meta V4 haben wir in diesem Artikel veröffentlicht.
Ausstattung & Setup
Die für die Vorstellung in Tignes gewählte Ausstattung des Meta AM entspricht nicht vollständig dem angebotenen Serienbike. So hat unser Test-Bike beispielsweise über ein hochwertiges BOS-Fahrwerk verfügt und kombiniert den Sram 1×11-fach Antrieb mit einer leichten RaceFace Carbon-Kurbel. Im Rahmen des neu vorgestellten À La Carte-Programms könnte das gezeigte Bike jedoch direkt so vom Hersteller aus bestellt werden. Weitere Änderungen sind natürlich möglich, wobei die vollständigen Details des À La Carte-Programms wohl erst zur kommenden Eurobike veröffentlicht werden. Das Commencal Meta AM 2015 wird vom Hersteller aus in drei Komplettradversionen angeboten.
#Der grelle Gelb-Grün-Farbton ist mitterweile Pflicht bei Commencal. Optional gibt es das Rad jedoch auch in schwarz mit gelben Akzenten.
#Für Commencal ist das neue Meta AM V4 das Highlight in der 2015er Modellpalette.
#Zugstufe, High- und Low-Speed Druckstufe sowie eine Plattform zum Klettern - der BOS Kirk Dämpfer bietet alle Einstelloptionen, die man sich wünschen kann.
#Große Hauptlager und eine gut erreichbare und montagefreundliche Zugführung für intern angesteuerte Teleskopsattelstützen.
#Das BB92 Pressfit-Innenlager hat sich bei Commencal bewährt. Dazu gibt es eine ISCG05 Kettenführungsaufnahme
Beim Setup haben wir uns für die erste Ausfahrt auf die Empfehlungen der Commencal-Mechaniker verlassen, die das Rad auf meine 70kg inklusive Ausrüstung eingestellt haben. Da die verbauten BOS Federelemente viele Einstellungsoptionen bereit halten, habe ich das voreingestellte Setup übernommen und auf den folgenden Abfahrten immer weiter verfeinert. Im Endeffekt haben wir uns dazu entschieden, den Druck in der Gabel leicht zu erhöhen und im Gegenzug die Low-Speed-Druckstufe der Idylle etwas weiter zu öffnen, um die Gabel etwas straffer zu bekommen ohne sie zu überdämpfen. So zeigt sich das Bike als sehr gut auf die alpinen Trails abstimmbar, die wir für die Neuvorstellung vor die Nase gesetzt bekommen haben.
#Konisches Steuerrohr und integrierte Zugverlegung.
#Mechaniker Boris überprüft montiert derweil noch das letzte Rad für die Journalisten.
#Dämpfersetup am Bos Kirk Dämpfer. Dank der neuen Position am Oberrohr lässt sich der Dämpfer wesentlich einfacher einstellen als bisher.
Auf dem Trail
Für die ersten Praxiseindrücke sind wir im Rahmen des Presse Camps im französischen Val d’Isere und Tignes unterwegs gewesen. So habe ich bis zum Ende der zwei Tage mit dem Commencal Meta AM V4 mehr als 90km mit dem Bike zurück gelegt. Unter ausgiebiger Nutzung der vielseitigen Strecken im Bikepark Tignes und der vorhandenen Lift-Infrastruktur habe ich so ca. 1.000 Höhenmeter im Uphill gefahren und bergab 6.600 Höhenmeter absolviert. Basierend auf dieser ausgiebigen Trail-Erfahrung hat sich ein sehr gutes erstes Bild des neuen Meta V4 erfahren lassen.
Ausgehend von den Orten Tignes und Val d’Isere bietet die Region ein angelegtes Streckennetz mit mehr also 150km Länge, das sowohl steile, technische Waldabfahrten über Wurzeln und Steine, als auch flowige Trails und klassische Bike Park-Strecken mit Sprüngen und Steilkurven bereit hält. In den beiden Tagen in der Region haben wir so die perfekten Bedingungen vorgefunden, um einen guten ersten Eindruck des Meta V4 gewinnen zu können. So positioniert Commencal das Rad an der Grenze zwischen All-Mountain und Enduro, wobei es ausdrücklich auch für den Bike Park freigegeben ist. Die Botschaft ist klar: Dieses Rad soll universell Spaß machen und auch unter grober Belastung nicht in die Knie gehen. Team-Fahrer Pierre Eduard Ferry (PEF) und Mechaniker Boris können das soweit bestätigen: Ihnen ist noch keiner der Rahmen gebrochen. Doch Schluss mit der Theorie und hin zu den ersten Fahreindrücken mit dem Commencal Meta AM 2015.
#Die Testflotte wartet auf den Einsatz. Im Vordergrund zum Vergleich ein Meta V3
Uphill
Uphill oder Downhill? Häufig werden Enduro-Bikes auf einen gewissen Kompromiss dieser beiden gegensätzlichen Anforderungen hin ausgelegt und lassen in der Praxis erkennen, welche der beiden Richtungen sie eigentlich bevorzugen. Nachdem das bewährte Commencal Meta V3 ein bergab sehr leistungsfähiges Bike gewesen ist, das bergauf seine Schwächen hatte, sind wir gespannt gewesen, wie sich hier der direkte Nachfolger schlagen würde. Der neu entwickelte Hinterbau mit angepassten Drehpunkten und verbesserter Progression soll einen Großteil dazu beitragen, dass das neue Meta AM wirklich zum Allrounder wird. Zusätzlich montiert Commencal lange Vorbauten (50 oder 60mm, je nach Wunsch) und hält bei der Geometrie die Balance.
Im echten Enduro-Spirit nehme ich die ersten Anstiege aus eigene Kraft in Angriff und schon bald zeigt sich, dass bereits ohne die zuschaltbare Low-Speed-Plattform des BOS Kirk-Dämpfers weitestgehend Ruhe am Hinterbau herrscht. Mit gut 30% SAG abgestimmt pedaliert sich das neue Meta AM zwar nicht wie ein XC-Bike, aber doch sehr entspannt den Berg hinauf. Weder stellt sich dabei das Gefühl ein, viel Energie in die Federung zu pumpen, noch zu weit hinten auf dem Rad zu sitzen. Die Sitzposition ist vielmehr angenehm zentral und leicht gestreckt, so dass gut Kraft auf die Pedale gebracht und das Rad beschleunigt werden kann. Mit einigen zusätzlichen Klicks in der Low-Speed-Dämpfung ist das Rad dann auch im Wiegetritt angenehm straff und setzt die Pedalumdrehungen effizient in Vortrieb um. So lassen sich auch steile Rampen gut meistern und im technischen Uphill folgt das Rad willig den Lenkbefehlen. Hinzu kommt, dass auch ohne Absenkung der Gabel das Vorderrad am Boden bleibt – ein Umstand, an dem die 437mm langen Kettenstreben, der 74° steile Sitzwinkel und der 50mm lange Vorbau nicht unbeteiligt sein dürften.
#Und es geht los. Tignes bietet 150km angelegte Trails, die teils per Lift und teils in Eigenarbeit erklommen werden.
#Für den Uphill entscheide ich mich für einen der gut fahrbaren Anstiege und das Rad überzeugt mit sehr guter Pedalierbarkeit und gutem Vortrieb.
#Verschnaufpause vor der Abfahrt: Die Journalisten bewundern die schroffe Bergwelt.
Wie bei vielen aktuellen Enduros bleibt dann auch am Meta V4 ein letzter Kritikpunkt, der als Kompromiss der Geometrie in Kauf genommen werden muss: die niedrige Innenlagerhöhe. Als Mittel der Wahl für ein gutes Handling und sichere Kurveneigenschaften sorgt sie dafür, dass im technischen Uphill und auf Trails am Schräghang (wie sie in den Alpen sehr oft vorkommen, in deutschen Wäldern jedoch quasi nie) regelmäßig die Pedale Bodenkontakt finden und die Fahrt destabilisieren. Schnell entwickelt man hier eine Fahrtechnik, bei der auch bergauf immer wieder gerollt wird, um entsprechende Stellen überwinden zu können doch verliert man so viel Schwung und den gleichmäßigen Rhythmus.
Wem die am Testrad verbaute 1×11-fach Übersetzung in den Bergen zu limitiert sein sollte, der kann optional auch einen Umwerfer für einen 2-fach Antrieb montieren. Hierzu wird eine zusätzliche Schelle benötigt, die am Sitzrohr montiert wird und den Direct Mount-Umwerfer in Position bringt. Unsere insgesamt positive Erfahrung mit 1×11 Antrieben hat jedoch auch das neue Commencal Meta AM bestätigt – jeder sinnvoll fahrbare Anstieg ist bezwingbar gewesen ohne von der Übersetzung gestoppt zu werden.
#Nach den ersten Kilometern zeigt sich: Das Meta V4 ist gut ausbalanciert und macht sowohl bergauf, als auch bergab viel Spaß.
Downhill
Nachdem sich das Meta V4 bergauf als williger Kletterer gezeigt hat, stellt sich nur noch eine Frage: Wie sieht es mit den Abfahrtseigenschaften aus? Für ein abfahrtsorientiertes All-Mountain-Bike wie das Meta AM erwarten wir vor dem Test eine stimmige Performance, die sowohl bergauf, als auch bergab Freude bereitet. Im Bike Park Tignes zeigt sich dann schnell, dass den Entwicklern bei Commencal der Spagat durchaus gelungen ist. Nach den ersten Abfahrten auf den leichten Strecken wächst das Vertrauen ins Bike und ich rücke direkt auf die anspruchsvolleren Abfahrten vor. Hier bestätigt sich das Bild: Das neue Meta AM lässt sich trotz guter Laufruhe flink um Kurven bewegen und baut sehr gute Traktion auf.
Wie bereits im Uphill zeigt sich hier der positive Effekt der hohen Progression am Hinterbau in Kombination mit dem sehr gut abstimmbaren BOS KIRK Luftdämpfer: Ohne tief in den Sag zu sinken stellt der Hinterbau des Meta V4 zu jeder Zeit genügend Federweg zur Verfügung und steht hoch im Federweg, wodurch das Bike in Kurven und auf Absprüngen viel Rückmeldung gibt und sich spielerisch abdrücken und in die Luft bewegen lässt. Die 150mm Federweg werden so effizient genutzt und reichen auch aus, um grobe Einschläge und Steinfelder auszubügeln. Dank der fein einstellbaren High-Speed-Druckstufe gelingt es mir in der Folge kein einziges Mal, den Dämpfer zum durchschlagen zu bewegen – und das, obwohl auf den ruppigen Strecken und nach steilen Landungen durchaus die Gelegenheit dazu vorhanden gewesen wäre. Die entsprechende Balance zum Hinterbau bietet die BOS Deville Federgabel, die sich wie schon im umfangreichen MTB-News.de Enduro-Federgabeltesthervorragend schlägt und straff gedämpft ihre Arbeit verrichtet.
#Vollgas im Downhill: im losen Geröll darf das Meta AM zeigen, wie gut seine Geometrie den Fahrer über dem Rad platziert.
#Gröberes Geläuf mit Felsen und spitzen Schlägen meistert der Hinterbau ohne Probleme - es steht stets genügend Federweg zur Verfügung.
Bei den widrigen Bedingungen im Rahmen der Testtage hat sich auch gezeigt, dass Matsch dem Rad kaum etwas anhaben kann. So liegt der Dämpfer gut geschützt unter dem Oberrohr und die Gestaltung der Sitz- und Kettenstreben ohne Querstreben erlaubt den Reifen größtmöglichen Raum, um Schlamm ohne zu verklemmen mitzunehmen. Hier ist das Rad ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Meta V3, bei dem der Dämpfer direkt in der Schusslinie des Hinterreifens platziert gewesen ist.
Insgesamt überzeugt das Commencal Meta AM so auch im Downhill und mit den gezeigten Eigenschaften kann es erfolgreich den Anspruch erfüllen, ein Do-it-all-Bike zu sein. Die Geometrie ist ausgewogen und resultiert in einem gelungenen Kompromiss, der bergab hohe Geschwindigkeiten und viel Sicherheit ermöglicht ohne bergauf langsam zu sein. Besonders positiv ist die gelungene Balance zu bewerten, die das Gewicht fein zwischen Vorder- und Hinterrad austariert und so eine schnelle und sichere Fahrt ermöglicht. Das Meta AM ist jedoch – das sei besonders hervorgehoben – kein Mini DH-Bike. Und das ist gut so. Denn gerade so kann es am Anspruch, wirklich rundum gut einsetzbar zu sein, genügen. Wir sind bereits jetzt gespannt auf einen ausführlichen Test auch auf anderen Strecken.
#Ausflug in den Bike-Park: Obwohl das Meta AM vom Namen her auf allen Strecken zu Hause sein soll, macht es im Bike-Park besonders viel Spaß.
#Die Geometrie erlaubt hote Kurvengeschwindigkeiten und bietet genügend Laufruhe für Highspeed!
#Absolut problemlos: Auch auf langen Abfahrten macht die Avid Guide Bremse keine Probleme
#Nicht ein Abwurf: Der Sram 1x11-fach ohne Kettenführung arbeitet im Kurztest perfekt
#Kann überzeugen: Die neue Kinematik bietet viel Progression und hilft so zu hohem Tempo und gutem Feedback
Fazit
Mit dem neuen Commencal Meta V4 zeigen die Andorraner ein Bike, das nicht nur optisch einen sauberen Eindruck macht, sondern auf dem Trail auch halten kann, was es verspricht. Bergauf überzeugt der neu entwickelte Hinterbau mit guter Antriebsneutralität und die Geometrie erlaubt sehr guten Vortrieb. Sobald es bergab geht, besticht das Rad mit tollem Handling und lässt sich sowohl in Kurven, als auch in der Luft spielerisch dirigieren. Daran sind die hochwertigen BOS-Federelemente nicht unbeteiligt. Spannend sind die vielfältigen Optionen zur Konfiguration im Commencal À La Carte-Programm.
#So kann man es auch laufen lassen: PEF zeigt, was im neuen Commencal Meta AM V4 steckt. Sauber! - Foto von Samuel Decout
#Unser Fazit: Nicht nur bergab sondern auch bergauf ein gelungener Gaul, das Meta AM V4
Weitere Informationen
Vorstellung: Commencal Meta V4 2015 Commencal Homepage Fotos: Tobias Stahl, Samuel Decout, Michele Montini Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2014